Peres besucht Kernforschungszentrum in der Schweiz

GENF (inn) - Israels Staatspräsident Schimon Peres hat am Montag am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf den Teilchenbeschleuniger "Large Hadron Collider" (LHC) besichtigt. Zudem traf er mit der Bundespräsidentin der Schweiz, Micheline Calmy-Rey, zusammen.

Peres sprach unter anderem mit CERN-Direktor Rolf Heuer. Dabei ging es auch um die Leistungen der 50 israelischen Wissenschaftler, die derzeit in dem Kernforschungszentrum beschäftigt sind. In einer Tiefe von 100 Metern unter der Erde besichtigte Peres mit seiner Delegation den Teilchendetektor ATLAS.

Zuvor hatte sich Peres mit der schweizerischen Bundespräsidentin Calmy-Rey getroffen. Beide sprachen über die bilaterale Zusammenarbeit zwischen ihren Staaten, den Nahostkonflikt und die Unruhen in der arabischen Welt. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im Anschluss an das Treffen sagte Peres, die Revolutionen in den arabischen Staaten seien von der jungen Generation ausgelöst worden. Diese habe dank der neuen Technologien, wie dem Internet, ihre Situation mit der anderer Gleichaltriger im Ausland vergleichen können. Sie habe dadurch auch erkennen können, wie es um ihr eigenes Land bestellt sei, unter welcher Armut, Diskriminierung und Korruption sie zu leiden habe. Um die Situation zu ändern, bräuchte es jedoch mehr, als einen Regierungswechsel, betonte Peres. Die arabischen Länder müssten sich viel mehr die technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften zunutze machen. Israel sei daran interessiert, dass es den Menschen in diesen Staaten gut gehe. "Je besser es unseren Nachbarn geht, umso bessere Nachbarn haben wir", sagte Peres weiter.

Calmy-Rey bezeichnete Israel als einen "engen Partner" für die Schweiz. Beide Länder unterhielten "exzellente wissenschaftliche und wirtschaftliche Beziehungen".

Am Dienstag unterzeichneten Vertreter aus Israel und der Schweiz ein Abkommen zwischen der "Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne" und der Hebräischen Universität in Jerusalem zur Hirnforschung.

Pro-palästinensische Gruppe fordert Peres’ Festnahme

Die pro-palästinensische Organisation "Droit pour tous" kritisierte Peres’ Besuch in der Schweiz. Sie reichte beim Generalstaatsanwalt in Genf  Beschwerde gegen das israelische Staatsoberhaupt ein und forderte dessen Verhaftung wegen angeblicher Kriegsverbrechen gegen die Palästinenser. Aus dem Büro von Peres hieß es dazu: "Palästinensische Organisationen reichen jedes Mal Beschwerden ein, wenn hochrangige israelische Vertreter zu einem Auslandsbesuch eintreffen." Die Klage in der Schweiz habe den Besuch jedoch nicht beeinflusst. Dieser sei in einer freundlichen und herzlichen Atmosphäre verlaufen.

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