Palästinensisches Selbstmordattentat: 4 Tote und 20 Verletzte

PETACH TIKVAH (inn) – An einer der belebtesten Autobahnen im Herzen des größten israelischen Bevölkerungszentrums riß am Donnerstagabend ein palästinensischer Selbstmordattentäter drei Israelis mit sich in den Tod, 20 weitere Menschen wurden verletzt. Offensichtlich wusste der Terrorist auszunutzen, daß das israelische Militär die Schließung der Palästinensischen Autonomiegebiete gelockert hatte, um palästinensischen Christen am Weihnachtsfest die Reise nach Bethlehem zu ermöglichen.

Während der abendlichen Hauptverkehrszeit zündete der palästinensische Selbstmordattentäter an einer Bushaltestelle zwischen Bnei Brak und Petach Tikvah seinen Sprengstoffgürtel. Zwei Männer und eine Frau waren sofort tot, eine weitere junge Frau erlag kurze Zeit darauf im Krankenhaus ihren Verletzungen – alle vier Israelis waren im Alter zwischen 19 und 22 Jahren.

Augenzeugen sprachen von zwei Menschen, die kurz vor dem Anschlag den Ort fluchtartig verlassen haben sollen. Die Polizei wurde in höchste Alarmbereitschaft versetzt und suchte nach den beiden Personen, die den Selbstmordattentäter möglicherweise zum Anschlagsort gebracht hatten. Wegen des starken Verkehrs konnten die Rettungskräfte nur mit großer Zeitverzögerung zur Anschlagsstelle gelangen.

Gegen Ende der Aufräumarbeiten wurde in einem der Krankenwagen noch eine Jacke mit Drähten und einem Mobiltelefon entdeckt, die möglicherweise dem Selbstmordattentäter gehört hatte. Dies führte dazu, daß noch einmal Bombenalarm ausgelöst wurde, bevor Sprengstoffexperten den Gegenstand untersuchen konnten.

Der Distriktpolizeichef Jossi Sedbon erklärte, daß sich an der Kreuzung, an der der Anschlag stattgefunden hatte, regelmäßig illegale palästinensische Arbeiter sammelten. Von dort wurden sie dann von ihren israelischen Arbeitgebern abgeholt. Tausende von Palästinensern kommen täglich auf der Suche nach Arbeit nach Israel, ohne den Besitz einer gültigen Aufenthaltserlaubnis.

Die marxistische „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) übernahm in einem Anruf an die Nachrichtenagentur Associated Press die Verantwortung für den Anschlag und drohte: „Dies ist die erste Operation in einer Serie von Vergeltungsschlägen. Wir schwören, ein Erdbeben in der zionistischen Größe zu veranstaltern.“ Der Kommandeur der „Abu-Ali-Mustafa-Brigaden“ in Judäa und Samaria teilte der israelischen Internetagentur Ynet mit, es gebe keine Zivilisten in Israel, lediglich Soldaten in Zivilkleidung.

Der Attentäter wurde als der 18jährige Sa’adi Hanani aus Beit Furik nahe Nablus/Sichem in Samaria identifiziert. Nach Angaben aus israelischen Sicherheitskreisen kommen die meisten Befehle für die PFLP-Zellen von der PFLP-Führung, die seit mehr als einem Jahr unter britischer und amerikanischer Aufsicht in Jericho im Gefängnis sitzt. Aufgrund von israelischem und amerikanischem Druck waren die Männer von der Palästinensischen Autonomiebehörde nach dem Mord am israelischen Tourismusminister Rehav’am Se’evi im Oktober 2001 verhaftet worden. In Jericho haben sie aber de facto freien Zugang zu Telefonen, veröffentlichen regelmäßig Presseverlautbarungen und empfangen Besuche von PFLP-Mitgliedern.

Seit dem letzten Selbstmordbombenanschlag am 4. Oktober 2003 auf Restaurant Maxim in Haifa, beim dem einschließlich des Selbstmordattentäters 22 Menschen ermordet wurden, haben israelische Sicherheitskräfte mindestens 35 weitere Anschläge verhindert. Die Armeeführung ordnete unmittelbar nach dem Anschlag eine totale Schließung der Palästinensergebiete an. Am Freitagmorgen berichtete die Radiostation der israelischen Armee „Galei Zahal“, das Hananis Haus in Beit Furik sei gesprengt und zwei PFLP-Mitglieder seien verhaftet worden.

Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte das Attentat. Allerdings berichteten weder die Radiostation „Stimme Palästinas“ noch das palästinensische staatliche Fernsehen über die verurteilenden Reaktionen palästinensischer Führungspersönlichkeiten. Die „Stimme Palästinas“, die direkt der Aufsicht von Palästinenserpräsident Jasser Arafat untersteht, bezeichnete den Selbstmordterroristen als „heldenhaften Märtyrer“. Laut Ynet haben Palästinenser auf den Straßen der samarischen Stadt Nablus/Sichem den erfolgreichen Anschlag auf israelische Zivilisten gefeiert.

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