Abu Libdeh wies darauf hin, dass sich die derzeitige Boykott-Kampagne der PA nur gegen Waren aus israelischen Siedlungen richte. Die PA habe nicht vor, alle Wirtschaftsbeziehungen zu Israel zu zerstören. „Wir sind an Frieden und Kooperation mit Israel interessiert, deshalb werden wir uns an keinem Boykott gegen die israelische Wirtschaft als Ganzes beteiligen“, versicherte der Minister. Der palästinensische Im- und Export sei teilweise auf Israel angewiesen. „Wir könnten die israelische Wirtschaft nicht boykottieren, selbst wenn wir das wollten.“
Mit dem Boykott gegen Siedlungsprodukte sollen die palästinensische Wirtschaftsentwicklung und die Bemühungen um den Aufbau eines Staates unterstützt werden.
Im Blick auf die israelische Übernahme der „Hilfsflotte“ für den Gazastreifen mit neun Toten sagte Abu Libdeh: „Das Fiasko, das diese Woche geschehen ist, hat Israel mehr isoliert als jede Kampagne, die wir gegen Israel gestartet haben könnten. Israel konnte sich großer globaler Unterstützung und Freundschaft erfreuen, hat sich aber im Laufe des vergangenen Jahres isoliert, wegen der Politik der derzeitigen Regierung.“
Die PA führt derzeit eine großangelegte Boykott-Kampagne gegen Waren aus israelischen Siedlungen. Die Palästinenser wurden dazu aufgerufen, keine solchen Produkte mehr zu kaufen. An die Haushalte wurden entsprechende Listen ausgegeben, auf denen die unerwünschten Produkte aufgeführt sind. Der Handel mit Siedlungswaren wurde per Gesetz unter Strafe gestellt. Außerdem wurden die rund 22.000 in den Siedlungen arbeitenden Palästinenser dazu aufgefordert, ihre Tätigkeiten dort aufzugeben.
Das Seminar zu diesem Thema war von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Peres-Zentrum für Frieden initiiert worden.