Palästinensischer Raketenangriff auf Kfar Darom im Gazastreifen

BETHLEHEM (inn) – Palästinensische Sicherheitskräfte haben nach dem Rückzug der israelischen Armee aus Bethlehem die Verantwortung für die Sicherheit in der Autonomiestadt übernommen. Hunderte Palästinenser feierten die Übergabe auf den Straßen, Soldaten brachten ein Plakat mit dem Bild Yasser Arafats an ihrem Stützpunkt an. Die israelische Armee hält unterdessen weiter Stellungen rund um Bethlehem aufrecht.

Nur drei Tage nach dem Armeerückzug aus dem Gazastreifen feuerten Palästinenser am späten Mittwochabend erneut Anti-Panzer-Raketen auf die jüdische Siedlung Kfar Darom im Zentrum des Gazastreifens. Nach Angaben israelischer Soldaten wurden vier Menschen durch Splitter verwundet. Am Donnerstagmorgen sperrte die Armee daraufhin die Gush Katif-Kreuzung zwischen Israel und dem Gazastreifen, der Grenzübergang wurde am Nachmittag wieder geöffnet.

In der Autonomiestadt Kalkiliya im Westjordanland wurde am frühen Donnerstag ein palästinensischer Terrorist der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden von israelischen Soldaten getötet, ein zweiter Palästinenser wurde verhaftet. Beide waren bewaffnet und standen auf der Fahndungsliste der israelischen Armee.

Nach israelischen Angaben sollten beide Terroristen verhaftet werden. Als die Männer jedoch flohen, eröffneten die Soldaten das Feuer. Dabei wurde einer der Terroristen getötet. Palästinensischen Angaben zufolge handelt es sich bei dem Getöteten um Mahmoud Shawer, einen Vertrauten des Führers der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden in Kalkiliya, Ibrahim Mansour, der verhaftet wurde.

US-Präsident George W. Bush begrüßte unterdessen den Rückzug Israels aus Bethlehem. In einem Telefongespräch mit Premierminister Sharon am Mittwochabend gratulierte Bush dem Regierungschef auch zu dem Gespräch mit dem palästinensischen Premier Mahmoud Abbas.

Wie ein Sprecher Sharons mitteilte, werde der israelische Regierungschef auf Einladung Bushs im September nach Washington reisen. Es wird Sharons erste Reise seit Oktober vergangenen Jahres sein und die achte seit seinem Regierungsantritt im März 2001.

Sharon wollte zuletzt im Mai nach Washington reisen. Er hatte seinen Besuch jedoch nach einem Selbstmordanschlag auf einen Bus in Jerusalem abgesagt, der nur wenige Stunden vor Sharons Abflug verübt worden war. Bei dem Anschlag waren sieben Menschen getötet worden.

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