Palästinensischer Journalistenverband verurteilt Hetzkampagne gegen Mitglieder

RAMALLA (inn) – Der Palästinensische Journalistenverband hat am Dienstag seine “tiefe Besorgnis” über Angriffe auf Journalisten ausgedrückt, die vergangene Woche bei der Unterzeichnung der “Genfer Initiative” in der Schweiz zugegen waren. Seit Tagen werden in den Autonomiegebieten Handzettel radikaler Palästinensergruppen verteilt, in denen die Journalisten als “Verräter” beschimpft werden.

Einige der Betroffenen hatten sich deshalb beim Journalistenverband beschwert.

Der Verband bezeichnete die Einschüchterungskampagne gegen seine Mitglieder als “nationales Verbrechen”.

In einer Stellungnahme wies er darauf hin, daß die Teilnahme der Journalisten bei Abschluß der Initiative Teil ihrer professionellen Arbeit sei, ungeachtet ihrer persönlichen Einstellung.

Es könne nicht sein, daß die Journalisten so behandelt werden, als hätten sie sich an der Initiative selbst beteiligt.

Hani al-Masri, selbst Journalist und ehemaliger Angestellter des palästinensischen Informationsministeriums, übte ebenfalls Kritik: “Die palästinensischen Medien befinden sich in einer Krise, sie leiden unter mangelnder Freiheit.” Es sei kein Geheimnis, daß das Informationsministerium die meisten Medien besitze oder kontrolliere.

Die Übergriffe auf die Journalisten sind Teil einer seit Tagen andauernden Hetzkampagne verschiedener Palästinensergruppen gegen die Autoren und Mitwirkenden der “Genfer Initiative”. Tausende Palästinenser hatten in den vergangenen zwei Wochen im Gazastreifen und im Westjordanland gegen das Abkommen protestiert.

Die größten Demonstrationen gab es am Wochenende in Nablus. Die wütende Menge verbrannte Bilder des palästinensischen Informationsministers Jasser Abed Rabbo und des israelischen Justizministers Jossi Beilin sowie israelische, amerikanische und schweizer Fahnen.

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