Einem Bericht der "Jerusalem Post" zufolge sagte Dweik, die Bemühungen um eine Einigung würden aber trotz des Stockens der Gespräche fortgesetzt. Der Sprecher des Palästinensischen Legislativrates (PLC) forderte Hamas und Fatah auf, das Versöhnungsabkommen vom 4. Mai unverzüglich umzusetzen. Denn nur so könnten die Palästinenser "zionistischen Maßnahmen entgegentreten, die gegen internationale Gesetze verstoßen".
Der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) warf Dweik vor, ihm das fünfte Jahr in Folge den Zutritt zu seinem Büro im PLC-Gebäude von Ramallah zu verwehren. "Es gibt eine Verschwörung, um Abgeordnete von ihren natürlichen Positionen fernzuhalten", sagte er ohne nähere Angaben.
Unterdessen beschuldigte die Hamas die PA-Sicherheitskräfte, seit dem Abkommen 68 ihrer Anhänger im Westjordanland festgenommen zu haben. Darunter seien 39 Palästinenser, die zuvor aus israelischer Haft freigekommen seien. Hunderte Hamas-Vertreter seien befragt worden. Vier Lehrer, die zu der radikal-islamischen Partei gehörten, seien aus dem Schuldienst entlassen worden. "Trotz der Unterzeichnung des Versöhnungsabkommens haben die Fatah-Sicherheitskräfte im Westjordanland weiter politische Aktivisten verhaftet und viele andere gejagt", heißt es in einer Mitteilung aus dem Gazastreifen. "Dies ist ein Vertragsbruch."
Der Hamas-Führer Salah Bardawil hielt dem PA-Präsidenten Mahmud Abbas vor, es sei ihm nicht ernst mit der Umsetzung dessen, was am 4. Mai vereinbart worden sei. Der Regierungschef im Westjordanland, Salam Fajjad, fördere eine Kampagne gegen die Hamas. Er koordiniere Festnahmen mit den israelischen Behörden und sorge dafür, dass zahlreiche Mitglieder ihre Arbeitsplätze verlören, fügte er laut der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an" hinzu. Die Fatah sähe Fajjad gerne als Premierminister der Übergangsregierung, was die Hamas jedoch strikt ablehnt.