Palästinensische Sicherheitskräfte retten verletzte Soldaten vor Mob

Eine Navigationsapp führt zwei Soldaten irrtümlich in eine palästinensische Autonomiestadt. Dort werden sie von einem Steinhagel empfangen. Palästinensische Sicherheitskräfte eilen zu ihrer Rettung herbei.
Die Soldaten hatten nicht die Absicht, nach Dschenin zu fahren (Archivbild)
Die Soldaten hatten nicht die Absicht, nach Dschenin zu fahren (Archivbild)

DSCHENIN (inn) – Zwei israelische Soldaten sind am Montag im Westjordanland versehentlich in die Autonomiestadt Dschenin geraten. Dort bewarfen Palästinenser ihr Fahrzeug mit Felsbrocken und Stühlen. Die beiden Israelis, ein Mann und eine Frau, erlitten mittelschwere Verletzungen am Oberkörper. Der Soldatin wurde ein Gewehr ohne Magazin gestohlen, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. Palästinensische Sicherheitskräfte retteten die Armeeangehörigen vor dem wütenden Mob.

Die Warnschilder sind den Israelis offenbar entgangen Foto: Israelnetz/Dana Nowak
Die Warnschilder sind den Israelis offenbar entgangen

Die beiden Soldaten waren auf dem Weg von der Siedlung Schavei Schomron in die israelische Stadt Afula. Nach ersten Untersuchungen des Militärs benutzten sie die beliebte Navigations-App „Waze“. Allerdings hatten sie die Funktion deaktiviert, die Fahrer daran hindert, in als „gefährlich“ deklarierte Gebiete zu gelangen – dazu gehören auch die Gebiete, in denen die Palästinenser die Kontrolle haben. Große rote Schilder warnen israelische Staatsbürger davor, diese Tabuzonen zu betreten. Offenbar übersahen oder ignorierten die Armeeangehörigen diese Warnhinweise.

„Ohne die Sicherheitskräfte wäre womöglich ein Lynch passiert“

Infolge der Krawalle eilten palästinensische Sicherheitskräfte den bedrängten Israelis zur Hilfe. Sie sorgten dafür, dass sie die Stadt unbehelligt wieder verlassen konnten. Am Dienstag gaben sie zudem das gestohlene M16-Gewehr an die Armee zurück. Die Soldaten wurden indes zur Beobachtung ins Krankenhaus nach Afula gebracht.

Ein Armeesprecher würdigte die palästinensischen Helfer laut der Tageszeitung „Ha’aretz“: „Ohne das Einschreiten der palästinensischen Sicherheitskräfte hätte diese Situation mit einem Lynch und einer ernsthaften Bedrohung für die Sicherheit der Soldaten enden können.“

Der stellvertretende Gouverneur von Dschenin, Kamal Abu al-Rub, sagte, das Fahrzeug sei aus „nationalistischen Motiven“ angegriffen worden. Er bestätigte, dass Polizisten herbeigeeilt seien, um ein sicheres Entkommen der beiden Israelis zu gewährleisten. Viele Palästinenser kritisierten die Befreiung der Soldaten durch die Sicherheitskräfte. Die Zusammenarbeit mit Israel bezeichneten sie als „Verrat“, die Randalierer hingegen als „Helden“, schreibt die „Times of Israel“.

Von: eh

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