Palästinensische Künstlerin beschäftigt Landtag

An der Kunstakademie Düsseldorf ist eine palästinensische Filmemacherin zu Gast. Dies führt zu Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Hochschule. Aber auch Unterstützer melden sich zu Wort. Der Landtag wünscht sich mehr Transparenz von der Rektorin.
Von epd

DÜSSELDORF (epd) – Der Ausschuss für Kultur und Medien des nordrhein-westfälischen Landtags hat am Mittwoch der Rektorin der Düsseldorfer Kunstakademie, Donatella Fioretti, mangelnde Klarheit und Transparenz vorgeworfen. Anlass war ein Streit um einen Auftritt der Palästinenserin Basma al-Scharif. Die Künstlerin und Filmemacherin steht vor allem für Posts auf Social Media in den vergangenen Jahren in der Kritik, in denen sie unter anderem Israel das Existenzrecht abspricht.

Die im Landtagsausschuss vertretenen Fraktionen von CDU, Grünen, SPD und FDP bemängelten übereinstimmend, dass die Akademierektorin die Chance nicht genutzt habe, ihre Haltung klarzumachen. Es sei nicht deutlich geworden, dass Antisemitismus keinen Platz an der Kunstakademie habe.

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Kritisch gesehen wurde vor allem, dass die Veranstaltung mit der Filmemacherin Al-Scharif im Januar nicht öffentlich war und keine Vertreter aus Landespolitik oder Medien eingeladen worden waren. Einig war sich der Ausschuss, der in Anwesenheit von Kulturministerin Ina Brandes (CDU) tagte, dass man weiterhin im Gespräch bleiben wolle.

„Kunstfreiheit bedeutet nicht Relativierung von Antisemitismus“

Die CDU-Landtagsfraktion stehe „klar auf der Seite der jüdischen Gemeinde“, erklärte die Abgeordnete Heike Wermer. Kunst- und Wissenschaftsfreiheit würden nicht infrage gestellt. Sie hätten aber eine Grenze, die überschritten worden sei: „Kunst- und Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass Antisemitismus relativiert werden darf“, sagte die kulturpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Der Abgeordnete Frank Jablonski von den Grünen sprach von einem beschädigten Vertrauensverhältnis zwischen der jüdischen Gemeinde und der Kunstakademie Düsseldorf.

Der kulturpolitische Sprecher der SPD, Andreas Bialas, sagte: „Wir erwarten eine angemessene Wahrnehmung der Verantwortung bei Leitungen von öffentlichen Einrichtungen.“ Es sei bedauerlich, dass die Leiterin der Kunstakademie nicht habe erkennen lassen, eine solche Verantwortung übernehmen zu wollen. Yvonne Gebauer, kulturpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, unterstrich: „Kunstfreiheit darf nicht als Schutzschild für Antisemitismus dienen.“

Protest von jüdischer Gemeinde

Gegen den Auftritt der palästinensischen Künstlerin am 21. Januar hatte die Jüdische Gemeinde Düsseldorf bereits im Vorfeld protestiert. Ihr Vorsitzender Oded Horowitz verwahrte sich dagegen, dass die Akademie eine Person einlade, die „offensichtlich Gewalt gegen den Staat Israel und die Juden verherrlicht“.

Auf Anfrage der „Jüdischen Allgemeinen“ erklärte die Hochschule, Antisemitismus und die Verherrlichung terroristischer Gewalt sowie die Infragestellung des Existenzrechts Israels hätten an der Institution keinen Platz. Zugleich verwies die Akademie auf ihre Verpflichtung zur Kunstfreiheit und zum offenen Diskurs.

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3 Kommentare

  1. Terror-Sympathisantin Basma al-Scharif eingeladen: Donatella Fioretti sofort entlassen, Kunstakademie Düsseldorf sofort schließen!

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  2. Künstlerische Freiheit ist gut, aber sie endet dort, wo sie darauf abzielt anderen Menschen oder gar Volksgruppen und Glaubensgemeinschaften Schaden zuzufügen. Manchmal sind die Botschaften von Filmen sehr verschlüsselt, wie z.B. die Botschaft des Films „Out of the dark“.

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  3. Bitte nennen wir es nicht immer wieder „Antisemitismus“, denn für mich hört sich dieses Wort mittlerweile an, als müsste man es immer im Lexikon oder in einer Enzyklopädie nachschlagen – sagen wir, was es ist: Judenhass und blanker, eiskalter Hass auf den jüdischen Staat.

    Es ist erschreckend, wie man Kunstfreiheit, aber in Sachen „Demos“ auch Versammlungsfreiheit, vorschiebt, um den übelsten Judenhass schamlos ausleben zu können. Wer mir sagen will, dass das von einer freiheitlichen Demokratie noch getragen wird, trägt diese Demokratie bereitwillig und ohne jede Gegenwehr zu Grabe.

    Genauso erschreckend ist aber auch das übliche empörte Geplapper diverser Politiker, dem nichts, wirklich absolut nichts folgen wird. Es bleibt bei Worten.

    Es ist zum Verzweifeln!

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