Die Unabhängigen riefen Hamas und Fatah dazu auf, die gegenseitigen Anschuldigungen zu beenden. Stattdessen sollten sie die nationale Versöhnung in die Tat umsetzen, hieß es laut der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an".
Hamas fehlt bei Sitzung in Ägypten
Am Sonntag kritisierte der Premierminister im Westjordanland, Salam Fajjad (Der Dritte Weg), die Hamas. Ihre Delegation sei nicht zu einem Treffen mit Vertretern der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in Ägypten gekommen, teilte sein Büro nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA mit. Darin sollte es um dauerhafte Absprachen gehen, damit das einzige Kraftwerk in Gaza genügend Treibstoff erhalte.
In der Mitteilung hieß es, der Präsident der palästinensischen Energiebehörde, Omar Kittaneh, und der Bilanzbuchhalter der PA, Jussef al-Samer, seien nach Kairo gereist. Das Treffen sei mit ägyptischen Vertretern koordiniert und für Samstag anberaumt gewesen. Doch die Hamas-Delegation sei nicht zum vereinbarten Termin erschienen. Die PA-Gesandtschaft habe einen Tag gewartet, aber auch am Sonntag seien die Hamas-Vertreter nicht eingetroffen.
Fajjad äußerte sein Bedauern darüber, dass die Hamas es nicht geschafft habe, sich an der Besprechung zu beteiligen. Gleichzeitig lobte er die ägyptischen Bemühungen um ein Ende der aktuellen Treibstoffkrise in Gaza. Am Freitag hatte Israel den Tagesbedarf an Diesel über den Grenzübergang "Kerem Schalom" in den Gazastreifen gebracht. Dies war zwischen PA, Ägypten und Israel abgesprochen.
Keine Fortschritte seit Mai
Hamas und Fatah hatten Anfang Mai vergangenen Jahres ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet. Dieses sieht unter anderem die Bildung einer Interimsregierung und Wahlen innerhalb eines Jahres vor. Im November 2011 hatten sich beide Gruppen auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit geeinigt und erklärt, es gebe nun keine Differenzen mehr. Mehrmals vereinbarten die Organisationen, gegenseitige Gefangene freizulassen und zuzulassen, dass die Wahlkomitees im Gazastreifen und im Westjordanland ihre Arbeit aufnehmen. Auch die Bildung einer Interimsregierung wurde mehrfach verkündet. Bislang wurde jedoch keine der Ankündigungen in die Tat umgesetzt.