Das Recht auf Eigenstaatlichkeit sei kein Gegenstand für Verhandlungen, heißt es laut der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an" in einer Mitteilung der palästinensischen Politikerin. "Dies ist vielmehr ein angestammtes Recht."
Aschrawi fügte hinzu: "Weit davon entfernt, einseitig zu handeln, bringen die Palästinenser ihren Fall der Eigenstaatlichkeit vor die Vereinten Nationen, die überragende multilaterale Körperschaft der Welt. Selbstbestimmung und Respekt vor der Souveränität von Nationen, die in der Charta der Vereinten Nationen bewahrt sind, machen die UN zu einem natürlichen Forum, um diese Angelegenheit zu lösen."
Am Vortag waren Obama und Merkel in Washington gemeinsam vor die Presse getreten. Sie teilten mit, dass die Palästinenser nach ihrer Ansicht nicht die Anerkennung eines Staates im September durch die UN erstreben sollten. Dies sei ein einseitiger Schritt.
Aschrawi forderte nun die beiden Politiker auf, ihren Standpunkt zu überdenken und "eine ganz andere Botschaft zu senden". Dies sei nötig, wenn Obama und Merkel die Aussichten auf Frieden erhöhen wollten. "In den letzten zwei Jahren haben wir unseren Staat vom Grund an aufgebaut", so das Mitglied des PLO-Exekutivkomitees. "Unsere Bemühungen sind international anerkannt und weithin gelobt worden. Wir erfüllen alle Erfordernisse einer Eigenstaatlichkeit, wie sie in Artikel 4 der UN-Charta und der Konvention von Montevideo niedergelegt sind. Das einzige Hindernis, das bleibt, ist Israels Weigerung, seine Besatzung zu beenden."
Damit Friede verwirklicht werde, "überlassen Sie nicht ein besetztes Volk der Gnade derjenigen, die es besetzen und die einseitig handeln im Verstoß gegen internationales Recht, indem sie weiter Wohnhäuser zerstören, Land annektieren, Siedlungen bauen, Apartheid-Mauern errichten und Ausweise zurücknehmen", fügte Aschrawi hinzu. Die Palästinenser erwarteten vielmehr, dass Präsident Obama und Kanzlerin Merkel im September "die Mitwirkung der Vereinten Nationen als positiven Schritt zu den Bemühungen unterstützen, regionalen Frieden zu gewährleisten und Stabilität zu sichern". Zudem sollten sie anerkennen, dass "die größte Bedrohung für Frieden und Sicherheit in der Region Israels Weigerung ist, palästinensische Rechte und internationales Recht zu respektieren".