Palästinensische Fußball-Dokumentation vorgestellt

ABU DIS (inn) – Der palästinensische Fußball-Film “Goal Dreams” hatte am Donnerstag Premiere am Sicherheitszaun in Abu Dis (Westjordanland). Der Film dokumentiert die ungewöhnlichen, aber alltäglichen Probleme der palästinensischen Fußball-Nationalmannschaft.

Die Regisseure Maja Sanbad und Jeffery Saunders drehten den Film in insgesamt sechs Ländern. Dort zeigten sie unter anderem die Schwierigkeiten des Verbandes auf, all seine Spieler vor einem Länderspiel zusammenzubringen. “Der Film zeigt die logistischen Schwierigkeiten und ihre Auswirkungen auf den Alltag”, sagt Sanbad. Das Einreiseverbot für Palästinenser in Israel erschwert der Mannschaft regelmäßig ein unproblematisches Zusammentreffen. “Der Film zeigt das Ausmaß der langen Warterei und Unsicherheit”, so die Regisseurin weiter.

Anschließend verfolgten Sanbad und Saunders die Nationalspieler bei deren Training und Spielvorbereitungen für das WM-Qualifikationsspiel gegen Usbekistan. Das berichtet die Tageszeitung “Jerusalem Post”.

Sogar Spieler aus Lateinamerika

Zudem porträtieren die Filmemacher vier Nationalspieler, die allesamt aus verschiedenen Herkünften und Welten sind, sich jedoch tief zu ihrem inoffiziellen Staat verbunden fühlen. Die meisten der Spieler sind aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen. Doch einige kommen aus dem Libanon oder Lateinamerika, sie repräsentieren die “palästinensische Diaspora”.

Dieses Schicksal teilen jedoch nicht nur die Fußballer: Maya Sanbad ist Engländerin palästinensischen Ursprungs, Jeffery Saunders ist ein amerikanischer Jude. “Mit diesem Film wollte ich meine eigene Identität verstehen. Ich bin nicht aus der Region, auf mich wirken die palästinensische und jüdische Kultur eigentlich gleich. In so vieler Hinsicht sind wir Brüder”, erklärt Saunders. Er hoffe, der Film könne helfen, kulturelle Brücken zu bauen.

“Film als Chance zur Eigenstaatlichkeit”

“Dieser Film ist eine Chance, die Eigenstaatlichkeit der Palästinenser aufzuzeigen. Wir verfolgen Spieler auf der ganzen Welt, die zusammenkommen, um für ein Land zu spielen, das offiziell gar nicht existiert”, sagt Saunders weiter. “Es ist nicht nur ein Klischee, dass Sport eine universelle Sprache ist. Und manchmal bewegt sich der Sport schneller als die Politik.”

Der palästinensische Fußball-Verband, der seit 1998 offizielles Mitglied des Weltverbandes FIFA ist, war die erste palästinensische Organisation, die die Palästinenser als Staat international repräsentierte.

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