„Heute, mit der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit, verkünden wir das Ende einer palästinensischen Spaltung, die unserer nationalen Sache äußerst geschadet hat“, sagte Abbas nach der Vereidigung laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“. „Diese schwarze Seite in der Geschichte (der Palästinenser) ist für immer umgeblättert worden. Wir werden nicht zulassen, dass sie zurückkehrt.“
Der Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Wir preisen die nationale Einheitsregierung, die das gesamte palästinensische Volk vertritt.“ Er bezeichnete die Technokratenregierung als „Wendepunkt“. Dieser „befähigt uns, die palästinensische Bemühung zu vereinen, sich der israelischen Besatzung entgegenzustellen“.
Die Übergangsregierung setzt sich aus 17 Ministern zusammen, von denen fünf aus Gaza stammen. Der bisherige Regierungschef im Westjordanland, Rami Hamdallah, bleibt Premier und Innenminister.
Im Sommer 2007 hatte die Hamas durch einen Putsch die Macht im Gazastreifen ergriffen. In der Folge gab es zwei palästinensische Regierungen, die sich gegenseitig nicht anerkannten. Mehrere Male einigten sich die beiden wichtigsten Parteien Hamas und Fatah auf die Bildung einer Einheitsregierung (Israelnetz berichtete). Doch erst das Abkommen vom 23. April dieses Jahres wurde nun umgesetzt. Noch nicht beigelegt ist allerdings der Streit darüber, ob das Amt des Gefangenenministers abgeschafft werden soll.