„Palästinensische Demonstrantin starb an falscher Behandlung“

RAMALLAH (inn) - Die Ende Dezember nach einer Demonstration verstorbene Palästinenserin ist Opfer einer falschen Diagnose geworden. Die Ärzte im Krankenhaus von Ramallah hätten nicht bemerkt, dass sie Tränengas eingeatmet hatte, teilte die israelische Armee mit.

Nach dem Tod der 35-jährigen Jawaher Abu-Rahma hatten Palästinenser angegeben, die Frau habe an einer Demonstration gegen die israelische Sicherheitsanlage in der Ortschaft Bil´in bei Ramallah teilgenommen. Sie habe das von der Armee versprühte „Tränengas mit beigemischtem Phosphor“ eingeatmet und sei daran gestorben. Infolge dieser Vorwürfe leitete das Militär eine Untersuchung ein.

Einem Bericht der Tageszeitung „Ha´aretz“ zufolge werteten die Israelis Dokumente aus dem palästinensischen Krankenhaus aus. Demnach habe sich Abu-Rahmas Zustand in der Klinik verschlechtert. Mehrere Ärzte hätten ihre Symptome auf Phosphordünger und Nervengas zurückgeführt. Entsprechend sei sie mit Atropin behandelt worden. Die Mediziner hätten nicht bemerkt, dass ihre Patientin in Wirklichkeit Tränengas eingeatmet hatte, hieß es. Das Militär merkte zudem an, dass sich die Palästinenserin während der Demonstration in der Nähe ihres Hauses aufgehalten habe.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hatte den Tod Abu Rahmas als „Kriegsverbrechen“ bezeichnet.

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