Palästinensische Christen starten Jerusalem-Kampagne

JERUSALEM (inn) – Muslimische und christliche Führer aus dem Westjordanland betonen in einer neuen Kampagne ihr Jerusalemer Erbe. Damit wenden sie sich gegen den Anspruch Israels auf Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt.
Muslimische und christliche Geistliche haben eine Jerusalem-Kampagne gestartet

Foto: Annalena Holtgrefe

Muslimische und christliche Geistliche haben eine Jerusalem-Kampagne gestartet
Muslimische und christliche Führer haben am Dienstag die Kampagne „Welthauptstadt Jerusalem 2016“ gestartet. Sie verfolgen damit das Ziel, weltweit Bewusstsein für das muslimische und christliche Erbe in der Stadt zu schaffen. Von einem jüdischen Erbe ist dabei nicht die Rede. Bei der Kampagne geht es zudem darum, Toleranz zwischen Christen und Muslimen zu fördern. „Lasst das Jahr 2016 ein internationales Jahr der Solidarität mit Jerusalem sein“, sagte Scheich Ekrima Said al-Sabri, der frühere Großmufti von Jerusalem, bei der Pressekonferenz im „Palästinensischen Nationaltheater“ in Ostjerusalem. „Wir sind eine Nation in diesem Land, das wir alle lieben und für das wir uns opfern.“ Die Beziehung zwischen Muslimen und Christen vor Ort sei geprägt von Liebe und Gerechtigkeit sowie der Ablehnung von Ungerechtigkeit und Aggression. Der griechisch-orthodoxe Erzbischof Atallah (Theodosios) Hanna betonte, bei der Kampagne gehe es auch um das „andauernde Leiden, das die israelische Besatzung verursacht“. Der Geistliche sagte weiter: „Wir verleihen unserer Solidarität mit jeder unterdrückten Person in der Welt Ausdruck, da Ungerechtigkeit, verübt von Menschen an deren Brüdern im Menschsein, unter keinen Umständen gerechtfertigt werden kann.“ Der für Jerusalemer Angelegenheiten zuständige Minister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Hatim Abd al-Kadir, forderte muslimische Länder auf, Jerusalem zu unterstützen. Israel wolle eine jüdische Mehrheit in Ostjerusalem bilden, gab er laut der palästinensichen Nachrichtenagentur „Ma‘an“ als Begründung an. Die israelische Regierung betont immer wieder, an Jerusalem als der ungeteilten Hauptstadt Israels festzuhalten. Ostjerusalem hat Israel im Sechstagekrieg 1967 erobert und 1980 ist das Staatsgebiet einverleibt. Der von arabischer Seite regelmäßig erhobene Vorwurf an Israel, Jerusalem zu „judaisieren“, ist aus israelischer Sicht aufgrund des jüdischen Erbes der Stadt widersinnig. (df)

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