Palästinensisch-libanesische Kooperation

TEL AVIV/GAZA (inn) – Möglicherweise haben Palästinenser von der libanesischen Hisbollah Hilfe zur Konstruktion von Raketen erfahren. Darauf deuten verschiedene Indizien, die in den vergangenen Tagen bekannt wurden.

Am 22. Dezember wurde vom israelischen Militärzensor zur Veröffentlichung freigegeben, daß ein Flugingenieur des palästinensischen Flughafens Dahania im südlichen Gazastreifen von der radikal-islamischen Hisbollah angeworben worden war.

Nach einer militärische Ausbildung im Libanon durch Yasser Arafats Fatah-Fraktion, war Ahmed Awiti 1994 im Rahmen des Osloabkommens aus dem Libanon in den Gazastreifen gekommen. Fünf Jahre später durften seine Frau und seine Kinder nachkommen.

Gegenüber israelischen Ermittlern gab er jetzt zu, sich im Februar 2001 auf einer Pilgerfahrt in Mekka der Hisbollah zur Mitarbeit verpflichtet zu haben. Die Islamisten hätten ihm versichert, die Palästinenser in ihrem Kampf gegen Israel unterstützen zu wollen.

In der Folgezeit habe er die vom Iran geförderten Organisation über Zahal-Aktivitäten informiert. Eine weitere Ausbildung in Trainingslagern im Libanon sei vorgesehen gewesen.

In den vergangenen Monaten war der 40jährige Awiti an der Fortbildung von Hamas-Aktivisten im Gazastreifen, sowie der Weiterentwicklung der palästinensischen Panzerabwehrrakete al-Banaa beteiligt gewesen. PA-Vertretern diente er als Berater zur Herstellung sogenannter „Smart-Bombs“ und bei Angriffen auf gepanzerte Fahrzeuge.

Im Oktober 2002 war Awiti wieder in den Libanon gereist. Bei seiner Rückkehr im November wurde er von Israels Inlandsgeheimdienst Shin Beit festgenommen.

Ahmed Awiti ist einer unter mehreren Aktivisten, die von der Hisbollah in die Palästinensischen Autonomiegebiete und nach Israel eingeschleust werden konnten. Als Beleg für die weitreichenden Aktivitäten der vom Libanon aus operierenden Schi’iten verweisen israelische Sicherheitskreise auf den versuchten Waffenschmuggel mit dem palästinensischen Schiff „Karine A“ und die im September enthüllte Spionageaffäre, in die israelische Soldaten aus Galiläa verwickelt waren. Weitere Fälle von Anwerbungen, unter anderem in der Leibgarde Yassir Arafats, der „Force 17“, sind bekannt.

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