Palästinenser und Samaritaner profitieren von Kanalisation einer Siedlung

Jahrelang verursachten Abwässer aus einem palästinensischen und einem samaritanischen Viertel die Umwelt. Nun ist das Problem dank einer nahegelegenen israelischen Siedlung behoben.
Einweihung des Umweltprojektes auf dem Berg Garizim

Foto: Jossi Dagan, Facebook

Einweihung des Umweltprojektes auf dem Berg Garizim

HAR BRACHA (inn) – Die Zusammenarbeit ist ungewöhnlich: Palästinenser, Samaritaner und israelische Siedler haben am Donnerstag im Westjordanland eine Abwasserleitung eingeweiht. Sie schließt palästinensische und samaritanische Familien bei Nablus an die Kanalisation der Siedlung Har Bracha an. Die Maßnahme soll dem Umweltschutz dienen, wie die Tageszeitung „Ma’ariv“ berichtet.

Das Bauprojekt hat umgerechnet rund 1 Million Euro gekostet. Jahrelang hatte die Abwasserleitung von etwa 1.000 Samaritanern und Hunderten Palästinensern nahe des Berges Garizim große Umweltschäden verursacht. Nach langer Vorbereitung und der Überwindung bürokratischer Hürden wurde das Kanalisationssystem von Har Bracha entsprechend erweitert. Nun hat die Umweltverschmutzung ein Ende. Das Projekt hat die Umweltabteilung der Zivilverwaltung gemeinsam mit dem israelischen Umweltministerium und dem Regionalrat Samaria umgesetzt.

Der Generaldirektor des Städteverbandes für Umweltschutz in Samaria, Itsche Meir, sagte bei der Einweihung, in seiner Region gingen derlei Projekte schwer und nur langsam voran – vor allem aus „geopolitischen Gründen“. „Seit Jahren versucht der Verband, viele Programme zur Verhinderung von Verschmutzung voranzubringen, wobei er bestehende und neue Lösungen überprüft.“ Dieser Fall müsse ein Zugpferd für weitere gemeinsame Aktionen sein – für den Umweltschutz.

Ein weiterer Redner bei der Zeremonie im Sekretariat der samaritanischen Gemeinschaft auf dem Berg Garizim war der Vorsitzende des Regionalrates Samaria, Jossi Dagan. Der Israeli sprach Umweltminister Se’ev Elkin und dem Vorsitzenden der Zivilverwaltung, Achvat Ben-Hur, seinen Dank aus und ergänzte: „Die Samaritaner sind vollwertige Bewohner, und wir schätzen sie und lieben sie. Wir sind stolz auf dieses wichtige Projekt, das die Lebensqualität der Samaritaner verbessert und die Verbindung zur Siedlung Har Bracha festigt.“ Einige Palästinenser aus Nablus indes, die von der neuen Kanalisation profitieren und an der Zeremonie teilnehmen sollten, hatten wegen Dagan abgesagt.

Von: eh

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