Von den Befragten vermissen 60,3 Prozent Arafat sehr, 26,4 Prozent ein wenig. 5,4 Prozent haben hingegen keine besondere Sehnsucht nach dem am 11. November 2004 verstorbenen Palästinenserführer und 6,3 Prozent überhaupt keine.
Aus der Erhebung geht ferner hervor, dass 34,3 Prozent der Befragten direkte Verhandlungen mit Israel trotz des Siedlungsbaus befürworten. 56,1 Prozent lehnen solche Gespräche derzeit ab. Einen erfolgreichen Abschluss von Verhandlungen können sich 49,8 Prozent vorstellen, während 43,9 Prozent von einem Scheitern ausgehen.
Dass die Israelis ernsthaft um einen Frieden mit Israel besorgt sind, meinen 16,6 Prozent der Teilnehmer. 46,7 Prozent sind der Ansicht, dass sich Israel in einem gewissen Maße um Frieden bemüht, und 34,8 Prozent verneinen diese Frage.
Für neue Angriffe mit Kassam-Raketen auf Israel sprachen sich 46,2 Prozent der Befragten aus. 49,4 Prozent lehnten dies ab. Falls alle Friedensbemühungen scheitern sollten, befürworten 31,3 Prozent eine einseitige Ausrufung eines palästinensischen Staates und eine Eskalation des gewaltsamen Widerstandes. 34,3 Prozent bevorzugen die Auflösung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), während 29,7 Prozent die PA beibehalten und zusätzlich neue Strategien entwickeln wollen, um die palästinensischen Angelegenheiten zu regeln.
Die Teilnehmer wurden auch nach ihrer Einschätzung zur Amtsführung von Arafats Nachfolger Mahmud Abbas gefragt. Damit sind 43,2 Prozent zufrieden und 44,7 Prozent unzufrieden. Zudem vertrauen 24,3 Prozent am ehesten der Hamas-Führung und 50,9 Prozent der Fatah-Führung. Weitere 21,8 Prozent konnten sich bei dieser Frage für keine der beiden Parteien entscheiden.
Ein weiteres Thema der Umfrage war das iranische Atomprogramm. Wenn der Iran Nuklearwaffen erlangt, rechnen 29 Prozent der befragten Palästinenser mit einer positiven Veränderung im Nahen Osten. 37,4 Prozent meinen, es werde nichts ausmachen. Dass sich die Lage zum Negativen verändern würde, denken 33,6 Prozent.
Das PCPO hatte die Umfrage vom 22. bis 30. Oktober durchgeführt. Sie befragte 1.005 erwachsene Palästinenser in ihren Wohnhäusern im Westjordanland, dem Gazastreifen und Ostjerusalem.