Palästinenser protestieren gegen Lehrplanänderung

Das Hilfswerk UNRWA will seine Lehrpläne für die Schulen im palästinensischen Gebiet ändern. Dies stößt unter Palästinensern auf Widerspruch.
Die Palästinenser in Gaza sind nicht einverstanden mit der geplanten Änderung der UNRWA-Lehrpläne

Foto: UN Photo/Shareef Sarhan

Die Palästinenser in Gaza sind nicht einverstanden mit der geplanten Änderung der UNRWA-Lehrpläne

GAZA (inn) – Palästinensische Gruppen im Gazastreifen haben das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) kritisiert. Sie protestieren gegen Änderungen in den Lehrplänen der von der Organisation geführten Schulen. Denn diese untergraben aus ihrer Sicht die nationale Identität der Palästinenser, wie die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA meldet.

Nationale und auch islamische Gruppen in Gaza teilten demnach mit, sie würden den neuen Lehrbüchern nicht zustimmen. Die UNRWA habe Begriffe eingeführt, die das Verständnis der Schüler für die palästinensische Identität und Kultur schwächten. Das Hilfswerk solle nicht an den Lehrplänen des Gastgeberlandes herumdoktern, sondern sie ohne Änderungen übernehmen. Die UNRWA habe einen Konflikt geschaffen, als sie entschied, die Begriffe unter dem Vorwand der Neutralität und der Bereicherung der Kenntnisse des Schüler zu ändern.

WAFA merkt an, Palästinenser beschuldigten Israel und seine Verbündeten, Druck auf sie und die UNRWA auszuüben, damit sie die Lehrpläne ändern. Dies solle in einer Weise geschehen, „die jeglichen Bezug zur ihrer Geschichte entfernen würde, vor allem seit der israelischen Besatzung ihres Landes oder dem Kampf um Unabhängigkeit“. Im April hatte die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) aus Protest gegen die geplanten Änderungen die Beziehungen zu dem Hilfswerk vorübergehend ausgesetzt. Unter anderem ging es um Landkarten, die bislang keinerlei Bezug zu Israel aufweisen.

Die UNRWA betreut nach eigenen Angaben in ihren Schulen insgesamt 500.098 Jungen und Mädchen.

Von: eh

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