Palästinenser lehnen israelisches Angebot ab

RAMALLAH (inn) – Die Palästinenser haben den israelischen Vorschlag, 900 Häftlinge freizulassen, als nicht ausreichend abgelehnt. Sie fordern, dass alle Palästinenser freikommen, die vor dem Oslo-Abkommen im Jahr 1993 inhaftiert wurden.

Am Donnerstag hatten die Israelis angekündigt, zunächst 500 palästinensische Gefangene zu entlassen. In den nächsten drei Monaten sollten 400 weitere folgen. Allerdings sollen keine Häftlinge darunter sein, die direkt am Tod von Israelis beteiligt waren. Zudem will Israel fünf Städte im Westjordanland der palästinensischen Kontrolle übergeben.

Anschließend trafen sich palästinensische Politiker mit dem Bürochef von Israels Premier Ariel Scharon, Dov Weissglass, und weiteren Israelis. Die Einschränkung auf Gefangene ohne “Blut an den Händen” erregte den Zorn der Palästinenser – Saeb Erekat, Mohammed Dahlan und Hassan Abu Libdeh. Ein Teilnehmer sagte laut der Tageszeitung “Ha´aretz”: “Dies ist ein beleidigender Vorschlag. Sie verletzen Abu Masen (Mahmud Abbas) mehr, als Sie ihm entgegenkommen. Sie müssen alle 237 Häftlinge entlassen, die vor den Olso-Verträgen inhaftiert wurden. Das ist uns wichtig – nicht die 900, die Sie vorschlagen. Sie sprechen die Namen nicht mit uns ab.”

Die Palästinenser forderten Israel auf, das Angebot nochmals zu überdenken. Darauf entgegneten die israelischen Teilnehmer, dies sei das letzte Wort. Keine weiteren Häftlinge würden freigelassen.

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