Für 59 Prozent der Palästinenser ist der Abschluss eines Friedensabkommens mit Israel der beste Weg für eine Freilassung aller palästinensischen Häftlinge. 39 Prozent der Palästinenser halten hingegen die Entführung israelischer Soldaten für das Beste. Im konkreten Fall von Gilad Schalit hielten 74 Prozent der Palästinenser Entführungen für richtig, um die Entlassung von Häftlingen zu erreichen. 21 Prozent von ihnen waren gegen solche Verschleppungen.
Laut der Umfrage glauben 49 Prozent der Israelis, dass Israel nahezu jeden Preis dafür zahlen sollte, um israelische Kriegsgefangene – tot oder lebendig – nach Hause zu bringen, da es eine moralische Verpflichtung des Staates sei. 41 Prozent der Israelis gaben hingegen an, Israel sollte keine palästinensischen oder arabischen Häftlinge im Austausch für die Leichen von israelischen Soldaten freilassen. Ihrer Meinung nach würde dies das arabische Interesse mindern, israelische Kriegsgefangene am Leben zu erhalten. Als Gegenleistung für die Freilassung Schalits sprachen sich zudem 78 Prozent der Israelis für die Entlassung des inhaftierten und bei den Palästinensern sehr beliebten Fatah-Führers Marwan Barghuti aus.
Sollte es zu einer Zweistaatenlösung kommen, würden 84 Prozent der Palästinenser und 43 Prozent der Israelis offene Grenzen unterstützen. Für gemeinsame wirtschaftliche Institutionen und Projekte sprachen sich 71 Prozent der Palästinenser und 65 Prozent der Israelis aus. 36 Prozent der Palästinenser und 57 Prozent der Israelis würden zudem legale Maßnahmen unterstützen, um Hetze gegen den jeweils anderen zu verhindern.
Sollte Frieden erreicht werden, wären zudem 58 Prozent der israelischen Juden bereit, einen palästinensischen Freund zu sich nach Hause einzuladen, 49 Prozent von ihnen würden einen palästinensischen Freund besuchen. Unter den Palästinensern würden jeweils 32 Prozent einen jüdischen Freund einladen oder besuchen.
Für die Umfrage wurden zwischen dem 25. August und dem 1. September 1.270 erwachsene Palstinenser in 127 verschiedenen Orten auf Arabisch direkt befragt. Die Fehlerquote liegt hier bei circa drei Prozent. Im selben Zeitraum wurden 611 erwachsene Israelis telefonisch auf Hebräisch, Russisch oder Arabisch befragt. Diese Befragung hat eine Fehlerquote von etwa 4,5 Prozent.
Die Umfrage wurde vom "Palästinensischen Zentrum für Politik und Meinungsforschung" in Zusammenarbeit mit dem "Harry S. Truman Research Institute for the Advancement of Peace" an der Hebräischen Universität in Jerusalem durchgeführt. Unterstützt wurden die Einrichtungen dabei von der "Ford Foundation" in Kairo sowie der "Konrad-Adenauer-Stiftung" in Ramallah und Jerusalem.