Palästinenser halten Jugendliche und Kinder als Geiseln in Geburtskirche

BETHLEHEM (inn) – Die in der Geburtskirche in Bethlehem verschanzten Palästinenser sind nicht nur Terroristen, sondern auch Geiselnehmer: Rund 50 palästinensische Kinder und Jugendliche werden von bewaffneten Palästinensern in der Kirche gefangen gehalten – fünf Jugendlichen gelang am Sonntagnachmittag die Flucht.

Wie die Tageszeitung „Ha´aretz“ meldet, konnten die fünf mit Hilfe von Priestern aus der Kirche entkommen. Sie wurden anschließend von israelischen Soldaten verhört.

Die Jugendlichen bestätigten, daß sich neben den Geiseln rund 200 meist bewaffnete Palästinenser sowie 35 Geistliche in der Kirche befänden. Darunter auch Beamte der Palästinensischen Autonomiebehörde und Mitglieder der „Force 17“, der Leibgarde von PLO-Chef Yasser Arafat. Rund 30 der Palästinenser werden von der israelischen Armee gesucht. Einige von ihnen seien bereit, sich der Armee zu ergeben, allerdings würden sie von den anderen Palästinensern heftig unter Druck gesetzt, dies nicht zu tun.

Auch Taher Manasrah gelang am Sonntag die Flucht. Er wurde allerdings von israelischen Soldaten ins Bein geschossen, als diese ihn entdeckten. Der 20jährige wurde in das Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus nach Ein Kerem gebracht.

Vor 21 Tagen war Manasrah aus der palästinensischen Ortschaft Deheishe nach Bethlehem zum Einkaufen gefahren. Als er plötzlich Explosionen hörte und sah, daß viele Palästinenser in die Geburtskirche flüchteten, folgte er ihnen. Später hätten palästinensische Sicherheitsbeamte alle Kinder und Jugendlichen in den Keller der Kirche gesperrt, sagte Manasrah. Dort seien sie von einem Mitglied der „Force17“ bewacht worden und durften ihre Plätze nicht verlassen: „Sie haben uns sehr streng bewacht. Wir mußten um Erlaubnis bitten, wenn wir zur Toilette wollten. Nach fünf Minuten mußten wir zurück sein“.

Unterdessen zeigen sich Kirchenvertreter besorgt über die Tatsache, daß sich noch immer die Leichen zweier Palästinenser in der Kirche befinden. Die beiden wurden bei Schußwechseln mit israelischen Soldaten vor einigen Tagen getötet. „Es kann zu einer Katastrophe führen, wenn zwei moslemische `Märtyrer` in der Kirche begraben werden. Es könnte zu einer Situation wie in Nazareth kommen“, sagte Andrew White, der Gesandte der Anglikanischen Kirche.

In Nazareth beanspruchen Palästinenser ein Stück Land vor der christlichen Verkündigungskirche, weil dort angeblich ein moslemischer Geistlicher begraben liegt.

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