Palästinenser gedenken der “Katastrophe von 1948”

RAMALLAH (inn) – Mahmud Abbas hat die Palästinenser in einer Rede an das palästinensische Leiden seit der israelischen Staatsgründung erinnert. Gleichzeitig rief der Palästinenserpräsident Israel erneut auf, mit Palästinensern an einer internationalen Friedenskonferenz teilzunehmen.

Anlässlich des “Tages der Katastrophe” (Jom al-Nakba), den Palästinenser in Erinnerung an die Staatsgründung begehen, sagte Abbas am Montag: “58 Jahre Al-Nakba, 58 Jahre, seitdem Hunderte Palästinenser aus ihrer Heimat entwurzelt wurden, 58 Jahre, und das Leiden geht weiter; das Leiden, das unsere Sache zu einem Symbol der Unterdrückung gemacht hat; 58 Jahre der Abwesenheit von Gerechtigkeit und einer Nichtbeachtung des internationalen Rechts.”

Der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde fügte hinzu: “Generation für Generation ist in Flüchtlingslagern geboren, oder unter Besatzung, und die Versuche, den Rest der Palästinenser zu deportieren, haben nicht abgenommen. Aber wir werden uns nicht ergeben – trotz aller Hindernisse und Probleme, denen wir gegenüberstehen.”

“Gedenken an Märtyrer”

Zum Jom al-Nakba “gedenken wir unserer Märtyrer und Verletzten, unserer Häftlinge und unseres Versprechens, dass wir ihnen treu sind”, so Abbas weiter. “Wir werden unseren Kurs beibehalten, der darauf hinzielt, einen Staat mit Jerusalem als unserer Hauptstadt zu errichten, und wir werden unser Möglichstes tun, damit unsere Häftlinge aus den israelischen Gefängnissen entlassen werden.”

Einseitige Aktionen von israelischer Seite kritisierte Abbas: “Ich wusste von Anfang an, dass die Israelis nach jeder Ausrede suchten, um zu sagen, dass sie keinen palästinensischen Partner hätten, so dass sie ihre einseitigen Pläne fortsetzen und mehr palästinensisches Land für die Siedlungen und die Mauer annektieren konnten. Dies fordert, dass die Vision des US-Präsidenten umgesetzt wird, nach der zwei Staaten errichtet werden sollen.”

Friedensangebot an Israel

Zum Abschluss schlug er einen versöhnlicheren Ton an: “Schließlich sage ich unseren israelischen Nachbarn, dass wir einen dauerhaften, umfassenden und gerechten Frieden mit euch haben wollen. Wir wollen eine bessere Zukunft für unser und euer Volk bauen und dieses Jahr zu einem Jahr des Friedens machen. Hört auf zu behaupten, dass ihr keinen Partner hättet, denn der Partner ist hier und existiert. Wir bieten euch unsere Hände an, um Frieden zu schließen, und hört zu. Ich rufe das Quartett auf, eine internationale Konferenz einzuberufen, die auf internationalem Recht und der Roadmap basiert, damit wir den Traum wahr werden lassen können: Frieden, in dem ein Staat für die Palästinenser mit Jerusalem als Hauptstadt errichtet wird.”

Hanije gegen Zugeständnisse

Auch der palästinensische Premier Ismail Hanije sprach zum Jom al-Nakba. Dazu ging er in ein Fußballstadion in der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen. Er betonte, dass seine Hamas ihre Position gegenüber Israel nicht geändert habe. “Als ich dieses Stadion betrat, gab mir eine Frau diese Halskette und sagte zu mir: ‘Bitte machen Sie keine Zugeständnisse.’ Ich sage ihr und allen Frauen und Männern unseres Volkes: Ich schwöre bei Allah, dass wir keine Zugeständnisse machen werden.”

Demonstration in Ramallah

In Ramallah begingen Tausende Palästinenser den Gedenktag. Sie marschierten durch die Straßen und forderten auf Plakaten das Rückkehrrecht für alle Flüchtlinge an die Orte, die sie im Jahr 1948 verlassen hatten. Wie die palästinensische Nachrichtenagentur “Ma´an” berichtet, nahmen auch Ausländer und palästinensische Abgeordnete an der Demonstration teil. Der Marsch führte zum Grab des früheren Palästinenserführers Jasser Arafat.

Am 15. Mai 1948 hatten die britischen Mandatsherren das damalige Gebiet Palästina verlassen. Der jüdische Staat Israel wurde unabhängig. Gleichzeitig erklärten ihm fünf arabische Staaten den Krieg. Infolge des Unabhängigkeitskrieges verloren viele arabische Bewohner des Mandatsgebietes ihre Häuser. Israel feiert seinen Unabhängigkeitstag nach dem jüdischen Kalender am 5. Ijar – in diesem Jahr fand er am 3. Mai statt.

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