Palästinenser für Einzelanschläge gegen Israelis

RAMALLAH (inn) – Eine große Mehrheit der Palästinenser befürwortet Einzelanschläge gegen Israelis. Das zeigt eine Umfrage des „Palästinensischen Zentrums für Politik und Meinungsforschung“ (PSR). Viele sind zudem unzufrieden mit der Politik von Präsident Mahmud Abbas.
Die Mehrheit der Palästinenser befürwortet unter anderem Messerattacken gegen Israelis, so wie bei dem Anschlag auf eine israelische Synagoge im November.
Angesichts der Spannungen in Ost-Jerusalem und der Zunahme an gewalttätigen Übergriffen unterstützen 80 Prozent der Befragten Anschläge einzelner Palästinenser, um Israelis in Jerusalem und im Westjordanland niederzustechen oder zu überfahren. Nur 20 Prozent sprachen sich dagegen aus. 77 Prozent sind außerdem dafür, weiterhin vom Gazastreifen aus Raketen auf Israel abzufeuern, wenn die „Belagerung“ und Blockade nicht ende. Die Gewaltbereitschaft könne damit zusammenhängen, dass viele Palästinenser Angst vor angeblichen israelischen Plänen mit dem Tempelberg hätten, heißt es in der Auswertung der Umfrage. Demnach glauben 56 Prozent, Israel bestehe auf eine Zerstörung des Felsendomes und der Al-Aksa-Moschee und wolle diese durch einen jüdischen Tempel ersetzen. 21 Prozent der Palästinenser sind überzeugt, Israel plane, das Plateau zu teilen, sodass eine jüdische Synagoge neben den heiligen Stätten der Muslime existieren könne. 9 Prozent glauben, Israel werde den Status quo, der seit 1967 herrscht, ändern und Juden erlauben, auf dem Berg zu beten. Nur 6 Prozent sind der Meinung, es werde sich nichts ändern. Die Erhebung zeigte auch, dass Fatah-Führer Mahmud Abbas während des Gaza-Krieges viel Popularität einbüßte. Wenn dieser Tage Präsidentschaftswahlen anständen und sich das Volk zwischen Hamas-Führer Ismail Hanije und Abbas entscheiden müsste, würde Hanije mit einer Mehrheit von 53 Prozent gewinnen. Für Abbas würden sich nur 42 Prozent entscheiden. Nach dem Gaza-Krieg sind nur noch 35 Prozent der Palästinenser mit der Politik von Abbas zufrieden. Vorher waren es 50 Prozent. In Bezug auf eine Zwei-Staaten-Lösung meinen 58 Prozent der Palästinenser, dass diese aufgrund der israelischen Siedlungspolitik nicht länger möglich sei. 38 Prozent halten trotzdem an dieser Lösung fest. 70 Prozent sind sich zudem sicher, dass die Chance, in den kommenden fünf Jahren einen palästinensischen Staat neben dem Staat Israel zu errichten, so gut wie nicht existent ist. Für die Studie befragte das PSR zwischen dem 3. und 6. Dezember 1.270 Palästinenser in Einzelinterviews.

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