Unter den Augen zahlreicher Sicherheitskräfte zogen die Demonstranten durch die Stadt und forderten dabei auch ein Ende der Oslo-Abkommen, die den Weg für einen dauerhaften Frieden mit Israel ebnen sollen. Die Proteste richteten sich nicht gegen Abbas selbst, aber gegen seine Bereitschaft, sich mit Mofas zu treffen. Zu Ausschreitungen kam es dieses Mal nicht. Am Samstag hatten Polizisten Gewalt gegen Demonstranten angewandt, die gegen das Treffen mit Mofas protestiert hatten. Bei einer Kundgebung am Sonntag gegen diese Polizeigewalt waren die Sicherheitskräfte erneut brutal gegen die Teilnehmer vorgegangen. Außerdem hatten sie Journalisten geschlagen, die über das Ereignis berichten wollten.
„Die Straßen sind für uns heute offen, das ist das Ergebnis einer politischen Entscheidung. Sie haben erkannt, dass die Gewalt von vorher sie schlecht aussehen lässt“, sagte der Student Ali Nakhle laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“.
Weitere Demonstrationen sind für den morgigen Donnerstag geplant. Laut dem Bericht gehörten die Teilnehmer keiner bestimmten politischen Fraktion an.
EU über Polizeigewalt besorgt
Unterdessen zeigte sich die EU besorgt über die Gewalt, die Polizisten gegenüber den Demonstranten anwandten. Benoit Cusin, ein Sprecher der EU-Polizeimission (EUBAM), sagte laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“: „In ihrem bilateralen Dialog und ihrer Kooperation mit der Palästinensischen Autonomiebehörde weist die EU kontinuierlich auf die Notwendigkeit hin, die internationalen Standards bezüglich der Menschenrechte einzuhalten und die grundlegende Freiheit zu respektieren, insbesondere das Recht auf friedliche Proteste und Demonstrationen, Meinungsfreiheit und die Medien.“ Die EU begrüße die Ankündigung der Autonomiebehörde, ein Komitee einzurichten, das die Vorfälle untersuchen soll, sagte Cusin weiter.