Palästinenser demonstrieren für Einheit

GAZA / RAMALLAH (inn) - Zehntausende Palästinenser haben am Dienstag im Gazastreifen und im Westjordanland für eine Aussöhnung der zerstrittenen Gruppen Hamas und Fatah demonstriert. Die Proteste in Gaza-Stadt wurden am Abend von Sicherheitsbeamten der Hamas gewaltsam aufgelöst.

Augenzeugen in Gaza berichten davon, dass Polizisten in Zivil mit Schlagstöcken auf die Demonstranten auf dem Katiba-Platz losgegangen seien. Sie hätten auch Zelte zerstört, welche die Teilnehmer dort aufgebaut hatten. "Sie haben uns angegriffen, etwa 400 bis 500 Hamas-Leute in Zivil. Ich wurde mit einem Knüppel geschlagen, viele andere wurden geschlagen. Sie haben die Menge auseinandergetrieben", zitiert die Tageszeitung "Ha´aretz" einen der Demonstranten, der sich als Ali ausgab. Auch Journalisten seien geschlagen worden. Den Augenzeugen zufolge konfiszierten die Sicherheitskräfte einige Kameras der Berichterstatter.

Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an" teilte der Premierminister der Hamas-Regierung, Ismael Hanije, den Demonstranten in einer Live-Übertragung mit: "Die palästinensische Regierung ist erfreut, zu sehen, dass die Massen ein Ende der Spaltung fordern". Seine Regierung habe die Spaltung nie gewollt und habe sie auch nicht verursacht, so der Hamas-Vertreter weiter. Dem Bericht zufolge habe er den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zu einem dringenden Treffen eingeladen, um über eine Aussöhnung zwischen Hamas und Fatah zu sprechen.

Die Demonstration in Gaza war eine von vielen, an denen sich vor allem junge Palästinenser in den Autonomiegebieten beteiligten. "Ma´an" berichtet von rund 7.000 Demonstranten in Westjordanland, etwa 3.000 davon seien in Ramallah auf die Straße gegangen. Inspiriert von den Protesten in der arabischen Welt hatten mehrere palästinensische Jugendgruppen und politische Fraktionen zu den Kundgebungen aufgerufen. Unter anderem nutzten sie dafür das soziale Netzwerk Facebook. Auf den Spruchbändern und Plakaten der Demonstranten war unter anderem zu Lesen: "Eine Flagge, nicht zwei Flaggen" und "Das Volk will ein Ende der Spaltung".

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