Palästinenser begehen “Nakba”-Gedenktag

RAMALLAH (inn) – Am Donnerstag haben mehrere Tausend Palästinenser den Tag der “Nakba” (“Katastrophe”) begangen – den Tag der Staatsgründung Israels. Gemeinsam mit einigen israelischen Organisationen hielten sie eine Kundgebung nahe zwei palästinensischen Dörfern ab, die 1948 verlassen worden waren.

Parallel zum israelischen Unabhängigkeitstag gedenken Palästinenser traditionell den etwa 700.000 palästinensischen Flüchtlingen, die nach der Staatsgründung Israels vertrieben wurden oder ihre Dörfer freiwillig verlassen haben. Die Zahl der Nachkommen dieser Flüchtlinge wird mittlerweile auf rund 4,5 Millionen geschätzt. Sie leben in Syrien, Libanon und anderen arabischen Ländern.

Am Donnerstagmorgen besuchten zahlreiche Palästinenser die Dörfer, die damals verlassen wurden. Am Nachmittag nahmen 5.000 Menschen an einer Demonstration bei den Dörfern Chirbet Huscha und Chirbet Ksair nahe dem Kibbutz Uscha im Galiläa teil. Die Kundgebung wurde organisiert vom Komitee zur Verteidigung der Rechte von Vertriebenen gemeinsam mit anderen arabischen Organisationen. Auch einige jüdische Organisationen unterstützten die Palästinenser. Dies berichtet die Tageszeitung “Ha´aretz”.

Huscha and Ksair wurden im April 1948 verlassen, nachdem dort heftige Kämpfe zwischen der israelischen Armee und arabischen Milizen stattgefunden haben.

Die Zahl der Menschen in Israel, die diese Dörfer verlassen haben und ihre Nachkommen werden auf insgesamt 250.000 geschätzt. Die meisten wurden nach der Umsiedelung geboren.

Einige Teilnehmer der Demonstration waren mit einem Bus gekommen, der die Nummer 194 trug. Dies ist die Nummer der UN-Resolution, die das Recht der Palästinenser auf Rückkehr behandelt. Den Bus hatte die israelische Organisation “Zochrot” bereitgestellt, die sich für die Anerkennung der “Nakba” in der israelischen Gesellschaft einsetzt.

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