PA: Tödlicher Sturz gibt Rätsel auf

RAMALLAH (inn) – Ein ranghoher Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) ist unter noch ungeklärten Umständen zu Tode gekommen. In einem Gefängnis in Ramallah stürzte er am Sonntag aus einem Fenster. Der 49-Jährige war vor vier Wochen wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden.

Eine Quelle aus dem PA-Sicherheitsapparat teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, Osama Mansur sei aus dem Fenster gefallen und gestorben. Noch stehe nicht fest, ob er von selbst heruntergestürzt oder gestoßen worden sei. Die Witwe schließt einen Selbstmord aus. Sie habe ihn noch am Freitag besucht. Er sei guter Dinge gewesen, habe Witze gemacht und die Anwesenden zum Lachen gebracht, erzählte sie der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma´an“. Sie forderte eine Autopsie des Leichnams.
Mansur war am 19. Juni im Rahmen von Ermittlungen gegen Korruption inhaftiert worden. Nach Angaben der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“ stand er im Verdacht, mit Israel kollaboriert zu haben. Er habe eine Abteilung geleitet, die von der PA gegründet worden sei, um zu verhindern, dass Palästinenser Land an Israelis verkaufen. „Wir haben entdeckt, dass der Mann, der dafür verantwortlich war, solche Landgeschäfte zu verhindern, selbst in solche Transaktionen verwickelt war“, zitiert die Zeitung einen Vertreter des Sicherheitsapparates. Die PA habe eine Sonderkommission gebildet, um die Todesumstände zu untersuchen.
Auf den Verkauf von Land an Israelis steht im Palästinensergebiet die Todesstrafe.

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