Kürzlich sei ein Hamas-Anhänger festgenommen worden, hieß es aus der PA. Dieser Palästinenser, Wadschia Abu Aidi, habe gestanden, dass ihm die Hamas im Gazastreifen 1,5 Millionen Euro gegeben habe. Damit sollte er eine Infrastruktur einrichten, um die Herrschaft von Präsident Mahmud Abbas zu unterminieren. Zu den Zielen habe das Hauptquartier der palästinensischen Sicherheitsdienste in Nablus gehört.
Wie die Tageszeitung „Jediot Aharonot“ unter Berufung auf eine palästinensische Sicherheitsquelle meldet, führte das inhaftierte Hamas-Mitglied die Sicherheitskräfte zu dem Geld. Dieses hatte er unter seiner Badewanne versteckt. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma´an“ war der Mann auch im Besitz von Plänen für Tunnel, die unter dem Hauptquartier gegraben werden sollten.
Unterdessen beschlagnahmten palästinensische Sicherheitskräfte in Kalkilija zwei Tonnen chemische Materialien, die der Herstellung von Sprengstoff dienen. Die Chemikalien befanden sich in einem verschlossenen Raum in einem Haus. Hamas-Vertreter, die in der Stadt im Gefängnis sind, hatten die Ermittler auf das Versteck aufmerksam gemacht. Nach ihren Angaben war das Material für den bewaffneten Flügel der Hamas bestimmt.
Die PA befürchtet, dass die Hamas versuchen könnte, das Westjordanland durch Terroranschläge zu destabilisieren. Dies könnte geschehen, wenn die Versöhnungsgespräche zwischen Fatah und Hamas scheitern und die Friedensverhandlungen mit Israel wieder aufgenommen werden sollten. Die PA rechnet vor allem mit Angriffen auf Vertreter und Gebäude, denen die radikal-islamische Gruppierung vorwirft, ihre Mitglieder zu „verfolgen“.