PA-Botschafterin kritisiert europäische Fluglinien

TEL AVIV (inn) - Israel hat am Sonntag mit der Ausweisung pro-palästinensischer Aktivisten begonnen, die ohne Einreisegenehmigung am Ben-Gurion-Flughafen eingetroffen waren. Unterdessen kritisierte die Botschafterin der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) bei der EU, Leila Schahid, das Verhalten der europäischen Fluggesellschaften.

Am Freitag hatten die israelischen Sicherheitskräfte am Ben-Gurion-Flughafen Hunderte Passagiere befragt und 124 von ihnen die Einreise verweigert. Vier Aktivisten wurden sofort ausgewiesen und die anderen – 76 Frauen und 38 Männer – in mehrere Gefängnisse gebracht. Nach dem israelischen Wochenende begann am Sonntag die Ausweisung mit einer Gruppe von 36 Personen. Diese bestiegen ein Lufthansa-Flugzeug nach Frankfurt am Main. Am heutigen Montag soll eine weitere Aktivistengruppe nach Genf geflogen werden, berichtet die Tageszeitung "Ha´aretz".

Israel hatte vor dem Wochenende Listen mit "unerwünschten" Passagieren an die Fluggesellschaften verteilt, die im Verdacht standen, sich an der Aktion "Willkommen in Palästina" beteiligen zu wollen. Deshalb wurden am Freitag zahlreiche Aktivisten mit Reiseziel Israel an europäischen Flughäfen zurückgehalten. Vertreter verschiedener Fluggesellschaften betonten, dass es sich nicht um eine politische Aussage zugunsten Israels handele. "Wie andere Gesellschaften haben wir Informationen von den israelischen Behörden über bestimmte Passagiere erhalten, denen die Einreise ins Land verweigert würde", teilte ein Vertreter der Lufthansa laut "Ha´aretz" mit. "Dadurch durften sie die Flugzeuge nach Israel nicht besteigen. Die Lufthansa fühlt sich verpflichtet, die Einwanderungsbestimmungen und Regeln der Länder zu respektieren, die wir anfliegen." Aus diesem Grund müsse die Fluggesellschaft Passagiere zurückweisen, die kein Visum bekämen.

In einer Mitteilung übte PA-Botschafterin Schahid am Freitag Kritik am Vorgehen der europäischen Fluglinien: "Ist Europa genauso blockiert wie Palästina?", wurde sie von der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an" zitiert.  "Auf welcher Grundlage werden europäische Solidaritätsaktivisten an Flughäfen in europäischen Ländern auf eine schwarze Liste gesetzt, um sie daran zu hindern, zum Ben-Gurion-Flughafen zu fliegen?" Die Solidaritätsaktivisten hätten auf palästinensische Aufrufe reagiert, den siebenten Jahrestag der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes zu begehen, dass die israelische Sperranlage illegal sei. "Niemand kennt die Grundlage für solche schwarzen Listen."

Die Aktivisten hätten es vorgezogen, direkt nach Gaza zu fliegen, anstatt den Umweg über Tel Aviv zu nehmen, fügte Schahid hinzu – "wenn Israel nicht 2002 den Flughafen von Gaza zerstört hätte".

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