Olympiateilnehmer gewinnt ersten Gaza-Marathon

GAZA (inn) - Erstmals haben Palästinenser am Donnerstag im Gazastreifen einen Marathonlauf veranstaltet. Die gesamte Strecke entlang der Mittelmeerküste legten neun Läufer zurück. Insgesamt beteiligten sich jedoch mehr als 1.400 Menschen auf unterschiedlichen Distanzen an dem Sportereignis.

Der Marathonlauf begann am Ortseingang von Beit Hanun im Norden des Gazastreifens und endete in Rafah an der ägyptischen Grenze. Sieben Palästinenser aus Gaza sowie ein Franzose und ein Australier liefen die 42 Kilometer. Die beiden Ausländer sind für das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) tätig, das die Sportveranstaltung organisiert hatte.

Sieger wurde der 31-jährige Nader al-Masri aus Beit Hanun. Er hatte 2008 in Peking am olympischen 5.000-Meter-Lauf teilgenommen. Seine erste Marathonstrecke bewältigte er in 2:42.47 Stunden, berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur "Ma´an". "Ich bin sehr froh", sagte Al-Masri an der Ziellinie gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Dies ist das erste Mal, dass wir hier einen Marathon hatten – das hat es vorher noch nie in Palästina gegeben."

Mehr als 1.200 palästinensische Schüler beteiligten sich an einem Staffellauf. Jeder von ihnen legte zwischen einem und vier Kilometer zurück. Manche der Kinder waren barfuß.

Passanten reagierten verdutzt auf die Läufer. "Die Leute finden es seltsam – wenn sie jemanden rennen sehen, halten sie ihn für verrückt", sagte ein Zuschauer. "Normalerweise rennen Palästinenser nur, wenn es Luftangriffe gibt oder wenn sie Angst haben."

Für den Lauf kamen mehr als 672.000 Euro Sponsorengelder zusammen. Das Geld ist für das Sommerferienprogramm bestimmt, sagte UNRWA-Sprecher Chris Gunness der AFP.

Die Hamas-Polizei sorgte für die Sicherheit bei dem Sportereignis. Die Organisatoren mussten außerdem bedenken, dass das gemeinsame Laufen von männlichen und weiblichen Athleten möglicherweise Anstoß erregen könnte. Im vergangenen Jahr hatten maskierte und bewaffnete Männer zwei UN-Sommerferienlager in Brand gesteckt. Offenbar waren sie verärgert, dass dort Mädchen und Jungen zusammen ihre Freizeit verbrachten.

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