Olympia: Erste Medaille für Israel seit 2008

Die Zeit des Wartens ist vorüber: Die israelische Judoka Yarden Gerbi hat in Rio den Bann seit den Olympischen Spielen von Peking gebrochen und eine Bronze-Medaille erkämpft.
Yarden Gerbi in ihrem Element auf der Matte

Foto: Rio 2016/Alex Ferro

Yarden Gerbi in ihrem Element auf der Matte
RIO DE JANEIRO (inn) – Die israelischen Sportfans weltweit haben dank der Olympischen Spiele in Rio einen Grund zur Freude: Die Judoka Yarden Gerbi hat in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm Dienstagnacht Bronze gewonnen. Auf eine Medaille hatte Israel acht Jahre warten müssen, seit der Windsurfer Shahar Tzuberi in Peking Bronze gewonnen hatte. Gerbi zählt mit ihrem Erfolg nun zu einem erlesenen Zirkel: Außer ihr gewannen bisher nur drei andere israelische Judoka eine Medaille bei Olympia. Ihre Vorgänger sind Yael Arad, die 1992 in Barcelona Silber gewann, Oren Smadja, der im gleichen Jahr Bronze errang und Arik Ze‘evi, der 2004 in Athen Dritter wurde. Sie ist überhaupt erst die zweite israelische Frau, die bei Olympischen Spielen aufs Treppchen gekommen ist. Israel hat in seiner Geschichte jetzt insgesamt acht olympische Medaillen gewonnen. Der israelischen Judoka Gerbi drohte allerdings in der zweiten Runde des olympischen Turniers bereits ein frühes Aus, wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet. Die Kubanerin Maricet Espionsa führte lange im Duell, bis Gerbi kurz vor dem Ende die Gegnerin auskonterte. Mit einem Ippon, der höchstmöglichen Wurfwertung im Judo, die einem K.O.-Schlag im Boxen gleichkommt, schaffte Gerbi die Wende.

Bronze trotz Niederlage im Viertelfinale

Im Viertelfinale musste sich die 27-Jährige nicht nur mit ihrer brasilianischen Gegnerin Mariana Silva, sondern auch mit den begeisterten Zuschauern auseinandersetzen, die lautstark die Lokalmatadorin unterstützten. Dabei zog sich Gerbi eine Verletzung am Mund zu. Das dazugehörige Pflaster gehörte fortan zum Charakteristikum der Judoka, die in der Verlängerung gegen die Brasilianerin ausschied. Damit war ihre Reise aber noch nicht zu Ende: Durch einen Sieg gegen die Chinesin Junxia Yang erarbeitete sich die Israelin den Kampf um die Bronzemedaille. Ihre Gegnerin, die Japanerin Miku Tashiro, besiegte sie dort mit zwei klaren Wertungen souverän. Das Olympische Komitee Israels schüttet für die Medaille eine Prämie von rund 60.000 Euro aus. Gold bei den Frauen unter 63 Kilogramm gewann die Slowenin Tina Trstenjak vor der Französin Clarisse Agbegnenou, die sich über Silber freute. „Ich habe mein Herz und meine Seele gegeben und kann es trotzdem nicht glauben“, sagte Gerbi nach ihrem Sieg. Jemand solle sie aufwecken, sie könne es immer noch nicht fassen. Besonders stolz sei sie auf die israelische Flagge gewesen, die nach ihrem Triumph gehisst wurde. Premier Benjamin Netanjahu gratulierte am Morgen: „Sie haben dem Land ein wundervolles Gefühl bereitet.“ Alle seien sehr stolz auf Gerbi und deren großartige Leistung. Das israelische Olympia-Team solle aus ihrer Bronzemedaille Selbstvertrauen für die eigenen Wettkämpfe ziehen. Staatspräsident Reuven Rivlin rief die Judoka persönlich an und nannte sie einen „Champion“ und eine „echte Heldin“. (mm)

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