Obama und Netanjahu demonstrieren Einigkeit

WASHINGTON (inn) - US-Präsident Barack Obama ist davon überzeugt, dass Israels Premierminister Benjamin Netanjahu Frieden möchte. Das sagte er nach einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef am Dienstag in Washington. Dort gab er bekannt, dass er nun auch für einen Besuch in Israel bereit sei.

Auf einer Pressekonferenz nach der Zusammenkunft demonstrierten beide Politiker Einigkeit und sprachen von exzellenten Gesprächen. Obama lobte Israel für die Lockerung der Blockade des Gazastreifens. Dieser Schritt sei schneller erfolgt und sei effektiver, als viele Menschen erwartet hätten.

„Ich glaube, dass Premierminister Netanjahu Frieden möchte. Ich denke, er ist bereit, Risiken für den Frieden einzugehen. Und während unseres Gespräches hat er erneut seine Bereitschaft zu ernsthaften Verhandlungen mit den Palästinensern beteuert“, sagte Obama laut einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums.

Er erwarte nun, dass die derzeitigen indirekten Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern zu direkten Verhandlungen führen. Dafür seien jedoch noch einige vertrauensbildende Maßnahmen nötig. Er hoffe, dass direkte Gespräche noch vor September aufgenommen werden, also vor Ablauf des von Israel ausgerufenen zehnmonatigen Siedlungsbaustopps.

Keine Kompromisse bei Israels Sicherheit

Der US-Präsident betonte erneut, dass sein Land unerschütterlich bleibe, wenn es um die Sicherheit Israels gehe. „Die Vereinigten Staaten werden nie von Israel verlangen, dass es irgendwelche Schritte unternimmt, die seine Sicherheitsinteressen untergraben würden.“

Netanjahu teilte mit, dass die Israelis bereit seien, viel für den Frieden zu tun. Allerdings müsse sicher sein, dass durch Zugeständnisse auch Frieden erreicht werde. „Wir wollen keine Wiederholung der Situation, wo wir Gebiete räumen und diese dann von den Verbündeten des Iran übernommen werden und als Ausgangspunkt für Terror- oder Raketenangriffe genutzt werden.“ Es sei nun höchste Zeit, um mit direkten Gesprächen zu beginnen.

Israels Regierungschef wies außerdem darauf hin, dass er bereits viele Male nach Washington gekommen ist – es war sein fünfter Besuch bei Präsident Obama. Es sei nun an der Zeit, dass Obama nach Israel komme. Dieser antwortete darauf, dass er für einen Besuch des jüdischen Staates bereit sei und sich darauf freue.

Die Frauen der beiden Politiker, Sara Netanjahu und Michelle Obama, hatten sich zum ersten Mal allein getroffen. Statt der geplanten halben Stunde sprachen die First Ladys über eine Stunde miteinander. Michelle Obama hatte dem Ehepaar Netanjahu bei seiner Ankunft Blumen überreichen lassen und eine Grußkarte. Darin hatte sie die Hoffnung geäußert, dass die Beziehungen zwischen beiden Staaten noch enger zusammenwachsen.

Waffen von Sicherheitspersonal verschwunden

Während der Besuch der Netanjahus zufriedenstellend verlief, gab es bei der Ankunft in den USA jedoch einige Unannehmlichkeiten. Dort wurde festgestellt, dass einer der Koffer der israelischen Delegation nach einem Zwischenstopp in New York versehentlich nach Los Angeles geschickt worden war.

Das den Anordnungen zufolge als Handgepäck aufgegebene Gepäckstück wurde zwar gefunden. Allerdings fehlten vier der Handfeuerwaffen von Netanjahus Sicherheitspersonal. Die Polizei geht davon aus, dass die Waffen gestohlen wurden. Sie prüft nun, ob diese bereits fehlten, bevor der Koffer nach Los Angeles geleitet wurde.

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