Zu „offensiv und verwerflich“ seien ihre Worte gewesen, sagte der US-Präsident. Seit Beginn seiner Amtszeit hatte Thomas aus der ersten Reihe des Pressesaals im Weißen Haus über seine Worte berichtet. Sie galt schon lange als antiisraelisch und propalästinensisch, berichtet die Tageszeitung „Ha´aretz“. Doch noch nie hatte sie ihre Meinung so massiv kundgetan: Die Juden sollten „zum Teufel noch mal aus Palästina abhauen“ und nach „Polen, Deutschland, Amerika oder sonst wohin gehen“. Nun will Thomas von ihrer Arbeit für den Pressedienst „Hearst“ zurücktreten.
In einem Interview mit dem Fernsehsender NBC sagte Obama, es sei eine „Schande“, dass ihre langjährige Karriere im Weißen Haus „derartig kontrovers“ ende. Der Rücktritt sei somit die „einzig richtige Entscheidung“. Erst seit dem Jahr 2000 arbeitete die Tochter libanesischer Einwanderer für die Zeitungen des Medienkonzerns „Hearst“. Seit der Präsidentschaft John F. Kennedys berichtete sie regelmäßig aus dem Weißen Haus. Bei der ersten Pressekonferenz nach ihrem Rücktritt blieb der Stuhl von Thomas leer.
Die Folgen eines Gartenspaziergangs
Auf ihrer Webseite entschuldigte sich die Journalistin bereits am Freitag: „Ich bereue meine Äußerungen zutiefst, die ich in der vergangenen Woche bezüglich der Israelis und Palästinenser gemacht habe.“ Sie entsprächen nicht ihrem „tiefempfundenen Glauben, dass erst dann Frieden im Nahen Osten“ einkehre, wenn sich alle politischen Lager gegenseitig repektierten. „Möge dieser Tag bald kommen“, fügte sie am Ende ihrer Entschuldigung hinzu.
Die für Aufruhr sorgenden antiisraelischen Worte äußerte sie bei einem Treffen mit Rabbi David Nesenoff im Garten des Weißen Hauses. Vergangenen Donnerstag war er dort zu einer Feier jüdischen Erbes in den Amtssitz des Präsidenten eingeladen. Der Gartenspaziergang wurde mit einer Kamera festgehalten und somit auch das Gespräch zwischen Nesenoff und Thomas. Der Rabbi veröffentlichte diese Filmsequenzen schließlich auf seinem Videoblog. Nach einer Welle öffentlicher Entrüstung distanzierten sich Arbeitgeber und Korrespondentenverband von Thomas.