Obama grüßt zu „Thanksgivukkah“

WASHINGTON (inn) – Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Da in diesem Jahr Thanksgiving und der Beginn des Lichterfestes Chanukka zusammenfallen, hat der amerikanische Präsident Barack Obama gleich beide Feste mit dem geflügelten Wort „Thanksgivukkah“ in seinen Grüßen bedacht.
Historisches "Thanksgivukkah": Obama grüßt zu Chanukka und Thanksgiving.

Foto: Weißes Haus

Historisches “Thanksgivukkah”: Obama grüßt zu Chanukka und Thanksgiving.

Amerikanische Präsidenten sehen sich im Land der Religionsfreiheit alle Jahre wieder vor die Herausforderung gestellt, bei ihren Festtagsgrüßen sensibel mit den religiösen Gefühlen des Volkes umzugehen. Dann kommt es schon einmal vor, dass der Weihnachtsgruß gestrichen wird und der erste Mann im Staate den Bürgern „fröhliche Feiertage“ wünscht.
In diesem Jahr jedoch bietet sich eine elegante Lösung an, denn der Beginn des jüdischen Lichterfestes Chanukka und Thanksgiving, die amerikanische Ausgabe des Erntedankfestes in der Tradition der Pilger, fallen auf einen Tag. Und so verkündete Obama am Mittwoch ein fröhliches „Thanksgivukkah“. „Während wir uns mit unseren Geliebten um den Truthahn versammeln, oder um die Menorah, oder um beides, feiern wir glückliche Zeiten und danken für große und kleine Wunder.“ In der Begriffswahl hat sich Obama übrigens nicht vertan: Im Englischen kann sowohl die Menorah als auch die Chanukkia als „(Chanukka) Menorah“ bezeichnet werden.

Historischer Tag in den USA

Die Koinzidenz der beiden Feste ist tatsächlich historisch, denn zuletzt trat diese am 29. November 1888 auf. Und das nächste Mal wird es voraussichtlich am 27. November 2070 geschehen, und dann erst wieder im Jahr 2165.
Obama nahm den historischen Tag zum Anlass daran zu erinnern, dass die Makkabäer vor 2.200 Jahren, ähnlich wie die in die Neue Welt segelnden Pilger, trotz großer Widerstände dafür kämpften, in Ruhe und Frieden ihre Religion ausüben zu können. „Wenn die erste Chanukka-Kerze angezündet wird, erinnern wir uns, dass unsere Aufgabe nicht nur darin besteht, den Segen der Freiheit zu bewahren, sondern das beste daraus zu machen, wenn er einmal sichergestellt ist.“
Die Wortkreation „Thanksgivukkah“ ist allerdings keine Erfindung Obamas, sondern der findingen Werbefachfrau Dana Gitell, die sich den Begriff als Markenzeichen eingetragen hat. Im Internet vertreibt sie verschiedene Accessoires zu „Thanksgivukkah“, etwa die Figur eines Truthans, dessen Schwanz eine Chanukkia ist. Darüber kann man denken, was man will, aber Amerika macht seinem Ruf als Schmelztiegel einmal mehr alle Ehre. Immerhin: Einen Teil des Erlöses erhält die Wohltätigkeitsorganisation „Mazon“, die sich der Hungerbekämpfung in den USA und Israel widmet.

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