JERUSALEM (inn) – Der Rückhalt in der Öffentlichkeit für Premierminister Ehud Olmert schwindet seit dem Ende des Libanonkrieges weiter. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.
Die Studie des Dahaf-Instituts, die in der Zeitung „Jediot Aharonot“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass nur noch 7 Prozent der Befragten den Premier für den geeignetsten Regierungschef halten.
Likud-Chef Benjamin Netanjahu hingegen würden 27 Prozent gerne als neuen Premier sehen. An zweiter Stelle steht Avigdor Liberman, für den 15 Prozent stimmten.
Außenministerin Zipi Livni unterstützen 14 Prozent, und Vize-Premier Schimon Peres 12 Prozent. Die Unterstützer des ehemaligen Premier Ehud Barak machen nur 3 Prozent aus.
Am wenigsten Rückhalt findet demnach Verteidigungsminister Amir Peretz, der vor einiger Zeit ebenfalls Ambitionen auf das Amt des Premiers gezeigt hatte. Ihn wünscht nur ein Prozent auf diesem Posten. Das Dahaf-Institut befragte 499 Personen.
Eine ähnliche Umfrage vom Institut „Dialog“ und der Tageszeitung „Ha´aretz“ zeigte, dass knapp sieben von zehn Menschen (68 Prozent) mit Olmerts Arbeit unzufrieden sind. „Dialog“ hatte 507 Personen befragt. Im August, vor dem Libanon-Krieg, waren es nur 40 Prozent.
Wenn heute Wahlen wären, würde Netanjahus Likud-Partei 24 der 120 Sitze gewinnen und Olmerts Kadima-Partei 16. Derzeit hat sie 29 Sitze.
Olmert wurde bei seiner Rede anlässlich des bevorstehenden Neujahrsfest Rosch HaSchana vor etwa 3.400 Kadima-Anhängern am Mittwoch von Zwischenrufern und Störern unterbrochen. Soldaten und Eltern riefen laut dazwischen und forderten seinen Rücktritt. „Wo sind die entführten Soldaten?“ riefen sie. Sicherheitsleute mussten sie zurückhalten.