Nun doch: Treffen zwischen US-Vermittler Zinni und Arafat

JERUSALEM (inn) – Der US-Sondergesandte Anthony Zinni trifft sich am Freitag nun doch mit PLO-Chef Yasser Arafat in dessen Hauptquartier in Ramallah.

Nach wiederholten Anfragen der US-Regierung, gab der israelische Premierminister Ariel Sharon gestern seine Genehmigung für Gespräche.

Bisher hatte Sharon stets an der völligen Isolierung Arafats festgehalten. Eine Delegation der Europäischen Union, darunter der europäische Beauftragte für Außenpolitik Javier Solana, war am Donnerstagabend unverrichteter Dinge abgereist, nachdem ihnen ein Treffen mit dem PLO-Chef verwehrt worden war.

In den Gesprächen zwischen Zinni und dem in Ramallah festegehaltenen Arafat soll es noch einmal um den Tenet-Plan zur Umsetzung eines Waffenstillstandes gehen. Die Verhandlungen über diesen Vorschlag der USA waren letzte Woche gescheitert, nachdem die Palästinenser den Plan als “zu Gunsten der Israelis verzerrt” abgelehnt hatten. Israel hatte sich mit den Vereinbarungen für einen Waffenstillstand einverstanden erklärt.

Die US-Regierung weist die Argumente der Palästinenserführung gegen den Tenet-Plan zurück. Zinni wird versuchen, den PLO-Chef davon zu überzeugen, daß es sich bei dem Vorschlag um ein ausgewogenes Abkommen handelt.

Politische Beobachter erwarten zudem, daß der Sondergesandte die israelischen Forderungen nach der Übergabe der Mörder von Rehavam Ze´evi, dem ehemaligen Tourismusminister, übermittelt. Diese sollen sich bei Arafat in dessen Hauptquartier aufhalten.

Rehavam Ze´evi war im Oktober vergangenen Jahres von Terroristen der “Volksfront für die Befreiung Palästinas” in einem Jerusalemer Hotel erschossen worden. Israel verlangt seitdem die Auslieferung der Mörder durch Arafat.

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