Wie die "Jerusalem Post" berichtet, sprach Noam Schalit von seinen Begegnungen mit UN-Vertretern und Botschaftern. Er und seine Angehörigen hätten Repräsentanten aus den USA, Frankreich, Russland, Italien und vielen anderen Ländern getroffen. Ein Antrag auf ein Gespräch mit dem ständigen palästinensischen UN-Beobachter über das Büro das französischen Botschafters sei hingegen abgelehnt worden.
"Meine Familie ruft alle Mitglieder der internationalen Gemeinschaft auf, zu fordern, dass die Palästinensische Autonomiebehörde ihre Verpflichtung gegenüber der Aufrechterhaltung des internationalen Rechts demonstriert", sagte der Vater. Dazu gehöre auch die Übernahme von Verantwortung für Gilad Schalit. "Wir hoffen, dass die UN als das Weltgewissen für die Menschenrechte unseres Sohnes aufstehen werden."
Ägypten versuche gerade, wieder eine führende Rolle in den Verhandlungen um die Freiheit seines Sohnes zu gewinnen, fügte Noam Schalit hinzu. Man appelliere vor allem als Familie an die UN, nicht als Vertreter des Staates Israel. Doch der palästinensische Antrag auf UN-Mitgliedschaft solle nicht diskutiert werden, ohne dass gleichzeitig über das Schicksal seines Sohnes nachgedacht werde. Dieser befinde sich seit über 1.900 Tagen in der Geiselhaft der Hamas.
Bevor sich die Palästinenser der internationalen Gemeinschaft und den UN als einer internationalen Einrichtung anschlössen, "sollten sie sich an das internationale Recht halten. Ich halte das für sehr grundlegend", betonte der Vater des Entführten. "Sie können nicht einerseits nach Legitimität und der Anerkennung durch die internationale Gemeinschaft streben und andererseits diese bedeutende und schwerwiegende Verletzung des internationalen Rechts aufrechterhalten."
Ban: UN-Mitglieder müssen entscheiden
Unterdessen bekräftigte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon am Freitag seine Unterstützung für eine Zweistaatenlösung, die Palästinensern und Israelis ein Leben in Frieden und Sicherheit ermögliche: "Ich unterstütze auch die Eigenstaatlichkeit der Palästinenser, einen unabhängigen souveränen Staat Palästina. Er ist seit langem überfällig", sagte Ban vor Journalisten im australischen Canberra. US-Präsident Barack Obama habe einen guten Rahmenplan für Friedensverhandlungen vorgelegt. Es sei Sache der UN-Mitgliedsstaaten, über die Annahme des palästinensischen Antrags zu entscheiden.
Die USA haben am Donnerstag erstmals ausdrücklich mitgeteilt, dass sie im Weltsicherheitsrat ihr Vetorecht nutzen werden, um jeglichen palästinensischen Antrag auf volle UN-Mitgliedschaft zu unterbinden.