Der 60-jährige Israeli, der für eine Baufirma arbeitet, war in der Nacht zum Mittwoch vor seinem Haus von vier Bewaffneten verschleppt worden. Der Vorfall ereignete sich in der nigerianischen Stadt Port Harcourt. Der Aufenthaltsort der Geisel sei lokalisiert worden, hieß es in einer E-Mail der „Bewegung für die Emanzipation des Nigerdeltas“ (MEND). „Er scheint ein Diabetes-Patient zu sein. MEND wird seine Entführer nur bitten, menschlich zu sein, aber sie wird nicht zulassen, dass die Sicherheitsagenten ihren Lohn erhalten, indem sie ihn finden und um seine Freilassung verhandeln.“
MEND ist die größte militante Gruppe im ölreichen Süden Nigerias. Sie hat bereits mehrfach Pipelines gesprengt und ausländische Mitarbeiter von Ölgesellschaften verschleppt. Am Mittwoch gab sie bekannt, dass sie nicht an der Entführung beteiligt sei. Zudem bot sie der israelischen Regierung Hilfe bei der Auffindung des Mannes und bei Verhandlungen an. Doch „dieses Angebot ist aufgehoben, bis ‚Arutz Scheva‘ seine Bezeichnung von MEND als Terrorgruppe zurücknimmt und eine Entschuldigung in der nächsten Veröffentlichung anbietet“, so die Gruppierung laut der Zeitung „Jediot Aharonot“.
In der Region sind seit 2006 mehr als 200 Ausländer entführt worden. Die meisten wurden unversehrt wieder freigelassen.