NGO: Misshandlungs-Opfer oft von Frauenhäusern abgewiesen

JERUSALEM (inn) – Mehr als 1.000 misshandelte Frauen werden jedes Jahr in Israel von Frauenhäusern aus Platzmangel abgewiesen. Damit steht das Land im internationalen Vergleich schlecht da. Das geht aus einem Bericht der Nichtregierungsorganisation „No To Violence“ (Nein zu Gewalt) hervor.
In Israel gibt es nur 14 Einrichtungen, in denen misshandelte Frauen Schutz suchen können
Aktuell gebe es 14 Frauenhäuser in Israel, die weiblichen Opfern von Gewalt Schutz bieten können. Aus Platzgründen seien im aktuellen Jahr landesweit mehr als 1.000 Frauen abgelehnt worden, schreibt die Onlinezeitung „Times of Israel“ unter Berufung auf den am Sonntag veröffentlichten Bericht der Organisation „No To Violence“. Sie veröffentlichte die Erhebung im Rahmen des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November. „No to Violence“ betreibt in Israel drei Häuser für Opfer von Misshandlung. 212 Frauen hätten sich dieses Jahr für Hilfe an die Organisation gewandt, allerdings konnten sie nur rund die Hälfte der Hilfesuchenden aufnehmen, schreibt die „Times of Israel“. Im vergangenen Jahr baten 286 Frauen um Hilfe, nur 119 fanden einen Platz. Die Nichtregierungsorganisation verglich die Anzahl der Frauenhäuser in Relation zu der Einwohnerzahl von Israel mit zehn anderen westlichen Staaten. Israel landete ganz unten in der Liste. Österreich, dessen Bevölkerung mit 8,5 Millionen Israel gleicht, hat mehr als doppelt so viele Frauenhäuser, nämlich 30. Kanada hat eine vier Mal höhere Einwohnerzahl als Israel, und in dem Land gibt es 601 Frauenhäuser. Sogar Irland, das eine kleinere Bevölkerung als Israel hat, bietet 21 Unterkünfte für weibliche Misshandlungsopfer. Die „Internationale Zionistische Frauen-Organisation“ (WIZO) schätzt, dass in Israel 200.000 Frauen unter Misshandlung durch ihren Partner leiden. In den vergangenen 15 Jahren sind laut WIZO 300 Frauen von Verwandten ermordet worden. Jael Gold von „No To Violence“ sagt, ohne eine wesentlich erhöhte Unterstützung des Aufbaus und der Inbetriebnahme der Unterkünfte für misshandelte Frauen „wird die Zahl von Frauen, die ermordet werden oder in dem Kreislauf der Gewalt bleiben, voraussichtlich steigen“. Der Staat müsse Verantwortung übernehmen und sich für eine erkennbare Veränderung im Umgang mit misshandelten Frauen einsetzen. (ms)

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