Neun israelische Athleten bei Olympischen Winterspielen

Bei den Olympischen Winterspielen in Italien ist Israel mit neun Athleten vertreten. Vor der Eröffnungsfeier sorgt ein Rapper für Wirbel.
Von Israelnetz

MAILAND (inn) – Mit neun Athleten nimmt Israel an den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina teil. Sie treten mit Bob oder Skeleton, im Ski Alpin und in Eiskunstlaufwettkämpfen an.

Schon vor der offiziellen Eröffnung der Spiele am Freitagabend haben die Bobfahrer Geschichte geschrieben: Als erstes israelisches Bobteam qualifizierten sie sich für Olympia. Wettkämpfe mit israelischer Beteiligung werden im Zweierbob vom 16. bis 17. sowie im Viererbob vom 21. bis 22. Februar ausgetragen.

Zur israelischen Mannschaft gehören Adam Edelman, Menachem Chen, Omer Katz und Uri Sisman. Als Ersatzmann wurde Ward Fawarse nominiert. Im Skeleton-Schlitten wagt sich Jared Firestone in den Eiskanal von Cortina d’Ampezzo.

Ein Geschwisterpaar mit ungarischen Wurzeln geht im Alpinski für Israel an den Start: No’a Szollos will Riesenslalom und Slalom fahren. Ihr Bruder Barnabás Szollos nimmt außerdem an den Wettbewerben in Abfahrt und Super-G teil. Das israelische Olympiateam komplettiert die Eiskunstläuferin Mariia Senjuk. Die 20-Jährige, die aus Moskau stammt, wurde zwischen 2023 und 2026 viermal hintereinander israelische Meisterin. Die Olympischen Spiele enden am 22. Februar.

Eröffnungsfeier: Kritik an geplantem Auftritt von Rapper

Unterdessen führt eine Personalie im Zusammenhang mit der Eröffnungsfeier zu einer Kontroverse: Dort soll der Rapper Ghali Amdouni auftreten. Er hat tunesische Eltern und wurde in Mailand geboren.

Der ehemalige Botschafter in Italien, Alon Bar, hatte den Künstler Anfang 2024 kritisiert, weil er bei einem Auftritt auf dem Liederfestival Sanremo mit Bezug auf den Gazakrieg forderte: „Beendet den Genozid“. Zudem warf Amdouni auf X anderen Künstlern vor, ihre Plattformen nicht für pro-palästinensischen Aktivismus zu nutzen. Dabei erweckte er den Anschein, von einem „neuen Holocaust“ zu sprechen.

Aus der rechtsgerichteten Partei „Lega“ hieß es laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“: „Es ist wahrhaft unglaublich, einen Hasser Israels und des rechten Zentrums, bereits Protagonist befremdlicher und vulgärer Szenen, bei der Eröffnungsfeier zu finden. Italien und die Spiele verdienen einen Künstler, nicht einen pro-palästinensischen Fanatiker.“

Jüdische Leiterin zuversichtlich

Die Präsidentin der Union der italienisch-jüdischen Gemeinschaft, Noemi Di Segni, äußerte gegenüber der Zeitung „Le Milano“ die Hoffnung, der Rapper werde vor seinem Auftritt Anweisungen erhalten: „Ich bin zuversichtlich, dass er verstehen wird, was in jenem Kontext und in jenem Moment seine Aufgabe ist.“

Sportminister Andrea Abodi (parteilos) erklärte, er denke nicht, dass Amdouni auf der Bühne eine politische Stellungnahme abgeben werde. „Es befremdet mich überhaupt nicht, mit Ghalis Ansichten und den von ihm gesendeten Botschaften nicht einverstanden zu sein“, sagte er. Ein Land müsse in der Lage sein, dem Einfluss eines Künstlers zu widerstehen, der eine Meinung äußere, „die wir nicht teilen. Und jene Meinung wird in jedem Fall nicht auf jener Bühne geäußert werden“.

Sicherheitsmaßnahmen wegen Protesten

Derweil protestierten in Mailand am Donnerstag während einer Staffel mit dem Olympischen Feuer Hunderte Studenten gegen Israel. Sie skandierten Slogans wie „Free Palestine“.

Proteste gab es laut „Time“-Magazin auch gegen die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE. Sie war bereits mehrfach an Sicherheitsteams bei internationalen Großveranstaltungen beteiligt.

Da weitere Proteste angekündigt sind, beschloss das italienische Kabinett am Donnerstag ein Paket von 33 Sicherheitsmaßnahmen. Mutmaßliche Unruhestifter können demzufolge im Vorhinein festgenommen und für bis zu zwölf Stunden in Gewahrsam gehalten werden. Hinzu kommt ein Verbot von Messern und anderen scharfen Gegenständen. Verurteilte Terroristen oder Räuber dürfen nicht an öffentlichen Versammlungen teilnehmen. (eh)

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