Neues Schulsystem beschlossen

JERUSALEM (inn) - Die Knesset hat am Dienstag ein Gesetz zur Errichtung eines weiteren Schulsystems erlassen. Dieses soll erstmals religiöse und säkulare Elemente kombinieren und dabei helfen, die Kluft zwischen den verschiedenen jüdischen Gruppen zu überwinden.

Der Gesetzesvorschlag war von den Knesset-Mitgliedern Michael Melchior (Arbeitspartei) und Esterina Tartman (Israel Beiteinu) eingereicht worden. Melchior sprach nach der Verabschiedung von einer "Revolution im Bildungsbereich". Die Regierung reagiere damit auf die Spaltung der Gesellschaft.

Wie die Tageszeitung "Ha´aretz" berichtet, soll das neue Schulsystem jüdische Werte vermitteln und für Toleranz und Verständnis zwischen national-religiösen, ultra-orthodoxen und säkularen Juden werben. Jede Schule im Land habe die Möglichkeit, sich dem System anzuschließen. Die Einrichtungen, die sich dafür entscheiden, bekommen entsprechende Lehrer zur Verfügung gestellt.

Bislang gibt es in Israel aufgrund der vielfältigen kulturellen Struktur zahlreiche Schultypen. Dazu gehören staatlich-säkulare Schulen – sie werden von den meisten Kindern besucht, staatlich-religiöse Schulen – hier stehen besonders jüdische Studien, Kultur und Traditionen im Vordergrund. Desweiteren gibt es staatliche arabische und drusische Schulen – hier wird in Arabisch unterrichtet, Hebräisch ist erste Fremdsprache, Schwerpunkte sind arabische und drusische Geschichte, Religion und Kultur. Eine weitere Gruppe sind die unabhängigen, nicht-staatlichen Schulen, sie werden häufig von verschiedenen religiösen oder internationalen Gruppen geführt. Bei den religiösen Schulen wird wiederum unterschieden zwischen national-religiösen, aschkenasischen und sephardischen Einrichtungen.

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