Der Plan soll mit Beginn des nächsten Schuljahres umgesetzt werden, meldet die Tageszeitung „Ha‘aretz“. Ziel ist es, Informationen über den Holocaust altersgerecht zu vermitteln. Je nach Alter werden die Kinder und Jugendlichen zwischen zwei und 15 Stunden pro Jahr über die Schoah unterrichtet. Für den neuen Plan wurde das für Elft- und Zwölftklässler bereits bestehende Bildungsmaterial erweitert.
Bisher wurden Schüler in Israel von den meisten Lehrern vor allem vor und nach dem Holocaust-Gedenktag „Jom HaSchoah“ über die Judenvernichtung durch die Nationalsozialisten unterrichtet. Nun sollen die Lehrer speziell dafür weitergebildet werden. Kindergartenkinder sollen nur während des Gedenktages mit dem Thema konfrontiert werden. Über die Art und Weise sollen die Erzieher mit den Eltern beraten.
In den ersten und zweiten Klassen sollen die Kinder vor allem von den menschlichen Schicksalen erfahren. „Auf der einen Seite sollen sie lernen, was verloren ging – Gemeinden, Familien, Menschen, kulturelle Verbindungen, Ideen und Meinungen –, auf der anderen Seite sollen sie Geschichten über Bewältigung, Heldentum und Rettung hören“, teilten das Ministerium und Yad Vashem mit. In älteren Schulklassen soll auf die Auswirkungen des Holocaust eingegangen werden. Themen sind unter anderem: „Kreativität und ihre Bedeutung in einer Welt der Zerstörung“, „Jüdische Identität während des Holocaust und danach“, „Die Welt nach Auschwitz“ sowie „Überlebende und ihr Beitrag für die Errichtung und den Aufbau des Staates Israel“.
Im Jahr 2009 hatte der staatliche Rechnungsprüfer dem Bildungsministerium vorgeworfen, nicht alle Gruppen ausreichend über den Holocaust zu bilden.
Die Bekanntgabe des neuen Bildungsplanes erfolgte wenige Tage vor dem „Jom HaSchoah“, der am Sonntagabend beginnt. Mit dem Holocaust-Gedenktag wird der sechs Millionen Juden gedacht, die durch die Nationalsozialisten ermordet wurden. Am Morgen heulen dazu in ganz Israel die Sirenen und die Menschen verharren für zwei Schweigeminuten.