Neue Massendemonstration gegen Rückzug am Dienstag

GAZA (inn) – Die Gegner des israelischen Rückzugsplanes wollen sich am kommenden Dienstag erneut zu Tausenden am Rande des Gazastreifens zusammenfinden. Die Massendemonstration soll den Plan weniger als drei Wochen vor dem Beginn der Evakuierung noch stoppen.

Der Siedlerrat von Jescha (Judäa, Samaria und Gazastreifen) erwartet mehr als 70.000 Menschen, die am Dienstag nach Sderot kommen. Die Ortschaft liegt rund vier Kilometer vom nördlichen Rand des Gazastreifens entfernt. Von dort wollen die Demonstranten in die Siedlergemeinde Gusch Katif im Gazastreifen ziehen.

„Wir fordern Neuwahlen oder eine Volksbefragung“, sagte Zwi Bar Hai, Mitglied des Siedlerrates, „das sind die einzigen Möglichkeiten, diesen schrecklichen Plan zu stoppen.“ Die Siedler hoffen darauf, die öffentliche Meinung noch ändern zu können. Laut Umfragen befürwortet eine Mehrheit von etwa 60 Prozent in Israel den Rückzug aus Gaza.

Die Polizei warnte die Demonstranten vor möglichen Angriffen palästinensischer Terroristen, da sie sich bei der Kundgebung in Sderot in Reichweite von Kassam-Raketen befänden. Die Ortschaft ist in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von palästinensischem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen geworden. „Eine Rakete, die am falschen Ort zur falschen Zeit landet, und das Ganze endet in einem Blutbad“, sagte Polizei-Offizier laut einem Bericht des Nachrichtendienstes „Arutz Scheva“. Auch der spätere Rückzug könnte unter Beschuss von palästinensischer Seite geraten, befürchten die Offiziere. Die Sicherheitskräfte bereiten sich auf einen Einsatz gegen Palästinenser vor, wenn sich diese Befürchtungen bewahrheiten. Bis zu 60.000 Soldaten und Polizisten werden beim bevorstehenden Rückzug im Einsatz sein.

Evakuierung in Käfigen?

Offenbar will die Polizei bei der Evakuierung, die am 17. August beginnt, widerstehende Siedler auch in Käfige sperren. Die Einsatzkräfte von Polizei und Militär testen diese Metallkäfige mit einer Grundfläche von etwa zwei Quadratmetern derzeit im Trainingslager. Diese Käfige kamen bereits 1982 zum Einsatz, als die israelische Armee Siedler aus einem Turm in der Jamit-Siedlung auf der Sinai-Halbinsel evakuierte.

Wie die Personalabteilung der Armee mitteilte, leben etwa 220 Armee-Angehörige im Gazastreifen. Darunter sind 40 hochrangige Angestellte. Diese Soldaten müssten nicht an der Durchführung des Rückzuges teilnehmen, erklärte Generalmajor Elasar Stern.

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