Neue Demonstrationen für soziale Gerechtigkeit

TEL AVIV (inn) - Nach einer mehrwöchigen Unterbrechung haben am Samstag erneut zahlreiche Israelis gegen die hohen Lebenshaltungskosten protestiert. Die größte Demonstration wurde in Tel Aviv abgehalten - daran nahmen nach Polizeiangaben etwa 20.000 Menschen teil.

Die Demonstranten in Tel Aviv marschierten von der früheren Zeltstadt auf dem Rothschild-Boulevard zum Rabinplatz. Die Teilnehmerzahl war deutlich niedriger als bei den Massenprotesten im Sommer. Zwei Demonstranten wurden nach Zusammenstößen mit der Polizei festgenommen. Wie die "Jerusalem Post" meldet, zeigte die Kundgebung Einflüsse der Bewegung "Occupy Wall Street".

Die Teilnehmer forderten einen Wohlfahrtsstaat und ein "soziales Budget". Eine Rednerin fragte mit Bezug auf die israelischen Hilfslieferungen an die Türkei: "Muss es erst ein Erdbeben geben wie in der Türkei, damit ich einen Wohnwagen oder ein Haus erhalten kann? Wir warten nicht mehr; wir übernehmen die Verantwortung und setzen den Kampf fort, dringen in Häuser ein, bauen einen neuen Weg des Lebens dort, um für freie Bildung für jeden zu kämpfen – um eine neue Wirklichkeit zu beginnen."

In Jerusalem marschierten mehrere Tausend Demonstranten zur Knesset. Auf ihren Transparenten war zu lesen: "Wir werden uns nicht mit Brosamen zufrieden geben" oder "Wenn die Regierung gegen die Leute ist, sind die Leute gegen die Regierung". Weitere Kundgebungen fanden etwa in Haifa, Kirijat Schmonah und Modi´in statt.

Eine in der Wüstenhauptstadt Be´er Scheva geplante Demonstration war wegen des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen abgesagt worden.

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