Netanjahu würdigt früheren Premier Eschkol

Zum 50. Todestag lobt Premier Netanjahu die Leistungen von Levi Eschkol im Sechs-Tage-Krieg. Gleichzeitig macht er Andeutungen über über eine Normalisierung zwischen Israel und mehreren muslimischen Staaten.
Levi Eschkol (M.) kurz nach dem Sechs-Tage-Krieg auf Truppenbesuch im Sinai – begleitet vom späteren Premier Menachem Begin (l.) und von Kommandeur Jeschajahu Gavisch
Levi Eschkol (M.) kurz nach dem Sechs-Tage-Krieg auf Truppenbesuch im Sinai – begleitet vom späteren Premier Menachem Begin (l.) und von Kommandeur Jeschajahu Gavisch

JERUSALEM (inn) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Dienstag die Errungenschaften von Levi Eschkol gewürdigt. Anlass war der 50. Todestag des dritten Regierungschefs des Staates Israel, der von 1963 bis 1969 im Amt war. Deshalb hielten Politiker auf dem Jerusalemer Herzlberg eine Gedenkzeremonie ab.

In seiner Rede betonte Netanjahu laut einer Mitteilung seines Büros, Eschkol habe „keine Freude an unnötigen Kriegen“ gehabt. Doch als 1967 der Sechs-Tage-Krieg Israel aufgezwungen wurde, sei ihm klar gewesen, dass die Israelis mit Macht zurückschlagen mussten. Zwar habe ihn Mosche Dajan mehrere Tage vor dem Krieg als Verteidigungsminister abgelöst. Aber Eschkol habe in den Jahren davor die Armee für eine solche Konfrontation vorbereitet.

Netanjahu sagte weiter, die Nachbarländer müssten von Israels Stärke überzeugt sein. Nur dann könnten einige von ihnen dazu bewegt werden, Frieden zu schließen. Der Premier sprach von einem Normalisierungsprozess mit „umfangreichen Bereichen der arabischen und islamischen Welt“, von dem nur ein Teil für die Öffentlichkeit sichtbar sei. „Wir halten diesen Prozess geheim, und Israel ist derzeit in Kontakt mit einem halben Dutzend wichtigen arabischen und islamischen Ländern, die bis vor kurzem feindlich gegen Israel waren.“

Gewerkschaftsgründer, Finanzminister, Diplomat

Der dritte israelische Regierungschef wurde 1895 als Levi Schkolnik in der Ukraine geboren. Mit 18 Jahren wanderte er nach Palästina ein, das damals zum Osmanischen Reich gehörte. Später änderte er seinen Namen in Eschkol, was „Traube“ bedeutet. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der jüdischen Brigade der britischen Armee. Er gehört zu den Mitbegründern des Kibbutz‘ Degania Beit und der Gewerkschaft Histadrut. Vor der Staatsgründung war er in der paramilitärischen Untergrundorganisation Hagana aktiv.

Eschkol wurde 1951 Landwirtschaftsminister und ein Jahr später Finanzminister. 1963 übernahm er von Staatsgründer David Ben-Gurion die Posten des Regierungschefs und des Verteidigungsministers. Als große Errungenschaft bezeichnet das israelische Außenministerium die Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland, die Ben-Gurion angestoßen hatte.

Militärischer Höhepunkt seiner Amtszeit war der Sechs-Tage-Krieg im Juni 1967. Darin eroberte Israel den Gazastreifen, den Sinai, das Westjordanland, Ostjerusalem und einen Teil der Golanhöhen. Anschließend versuchte Eschkol, mit palästinensischen Führern in den nun vom jüdischen Staat verwalteten Gebieten zu verhandeln. Er starb am 26. Februar 1969 im Alter von 73 Jahren an einem Herzinfarkt. Golda Meir wurde an seiner statt Premierministerin.

Von: eh

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