Netanjahu wirft Vereinten Nationen Heuchelei vor

JERUSALEM / NEW YORK (inn) – UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat Israel dazu aufgerufen, politische Maßnahmen zu beenden, die das Töten von Kindern im Gazastreifen fördern. Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete dies als „schwarze Stunde“ für die Vereinten Nationen.
Das Verhältnis zwischen den Vereinten Nationen und Israel bleibt schwierig. Im Bild das UN-Hauptquartier in New York
Das Verhältnis zwischen den Vereinten Nationen und Israel bleibt schwierig. Im Bild das UN-Hauptquartier in New York
Ban hatte am Donnerstag im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen das israelische Vorgehen im Gaza-Konflikt vor einem Jahr massiv kritisiert. Er forderte, Israel müsse sofort Schritte unternehmen, um „das Töten und Verstümmeln von Kindern zu verhindern“, seine Politik überdenken sowie den besonderen Schutz von Schulen und Krankenhäusern respektieren. Bei der Debatte ging es um einen Bericht zur Betroffenheit von Kindern durch Kriege und gewaltsame Konflikte. Ban nannte auch Beispiele aus dem Irak, Nigeria und anderen Staaten. Laut einem Bericht der Tageszeitung „Jerusalem Post“ war Israel aber das einzige Land, das er für zusätzliche Kritik herausgriff. Die radikal-islamische Hamas habe der Generalsekretär nicht erwähnt. Netanjahu reagierte verärgert auf Bans Rede. „Es zeigt sich, dass die Heuchelei der Vereinten Nationen keine Grenzen kennt“, teilte er am späten Donnerstagabend mit. „Das ist ein schwarzer Tag für die UNO.“ Ban hätte erwähnen müssen, dass die Hamas die Kinder des Gazastreifens als Geiseln halte und Raketen auf Israel abfeuere. „Sie haben Terror-Tunnel in die Richtung von Kindergärten gegraben“, erklärte der israelische Premierminister. „Aber die UN haben sich entschlossen, Israel, das sich an internationale Regeln hält, zu belehren.“ Vor einigen Tagen hätten ehemalige Generäle aus den USA und Europa festgestellt, dass sich Israel im Gaza-Konflikt an internationales Recht gehalten habe. Die stellvertretende Außenministerin Zippi Hotovely ergänzte, die einseitige Stellungnahme der UN sei „sehr verstörend“. (mb)

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