Netanjahu verurteilt Gewalt durch Siedler

JERUSALEM (inn) - Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat die in den vergangenen Tagen durch rechtsgerichtete Israelis verübte Gewalt verurteilt. Auf einer Tour durch das Jordantal betonte er am Dienstag: "Die Menschen dürfen das Gesetz nicht in ihre eigenen Hände nehmen, das ist nicht ihr Job." Der Premier hielt zudem an seiner Überzeugung fest, dass israelische Truppen im Westjordanland unverzichtbar seien.

Netanjahus Kritik bezog sich auf Gewalttaten von Siedlern gegen Palästinenser. Nachdem die israelische Armee zwei Gebäude des illegalen Siedlungsaußenpostens Havat Gilad abgerissen hatte, hatten rechtsgerichtete Israelis in den vergangenen Tagen immer wieder Palästinenser oder deren Eigentum angegriffen. "Ich verurteilte dieses Konzept unmissverständlich, und diejenigen, die das Gesetz brechen, werden entsprechend behandelt werden", sagte der Premier laut der Tageszeitung "Jerusalem Post".

Vor rund 120 Armeeangehörigen auf einer Militärbasis im Jordantal wies Netanjahu erneut darauf hin, dass eine israelische Militärpräsenz an der Grenze zu Jordanien äußerst wichtig sei. "Das Jordantal ist das östliche Tor zum Staat Israel. Wer das Jordantal verteidigt, verteidigt Israel. Wenn wir nicht hier wären, wären wir nicht in der Lage, Israel zu verteidigen." Auf der Kuppe eines Hügels erklärte Netanjahu weiter, der Jordan sei Israels Verteidigungslinie und Sicherheitsgrenze. Die Truppen müssten in der Region bleiben, hierzu gebe es keine Alternative. Eine genaue Stationierung wolle er jedoch nicht festlegen, betonte der Premier. Dies müsse in Verhandlungen geschehen.

Auf Netanjahus Äußerungen folgte umgehend eine Stellungnahme von palästinensischer Seite. Der Premierminister im Westjordanland, Salam Fajjad, betonte in Nablus: "Das Jordantal ist ein wesentlicher Bestandteil des 1967 besetzten palästinensischen Gebietes, genauso wie Ostjerusalem".

Netanjahu ehrt Soldatinnen

Während der Tour durch das Jordantal brachte Netanjahu anlässlich des internationalen Frauentages außerdem den Soldatinnen in der israelischen Armee seine Anerkennung entgegen. Er sei beeindruckt davon, dass zwei Drittel des militärischen Personals Frauen seien. In den Kampfeinheiten seien drei Prozent der Soldaten weiblich. "Wir haben Kämpferinnen bei der Grenzpolizei, wir haben Frauen bei der Luftwaffe, auch als Piloten. Das zeigte die Veränderung des Status’ der Frauen in der Armee und im Staat Israel als Ganzes." Laut Netanjahu sei Israel der einzige Ort "in dieser großen Region, vom Westen Indiens bis nach Marokko", an dem Frauen gleiche Rechte hätten.

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