Er sei skeptisch gegenüber der „Lächeloffensive“ des iranischen Präsidenten Hassan Rohani. Er wolle bei seinem Amerika-Besuch „im Angesicht der süßen Lippenbekenntnisse die Wahrheit sagen“, hieß es laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus seinem Büro. Rohani hatte am Dienstag vor der UN-Vollversammlung in New York das Recht seines Landes auf ein Atomprogramm betont. Der Iran sorge für Stabilität in der Region, erklärte er, und sein Land sei immer „ein Anker gerechten Friedens und umfassender Sicherheit“ gewesen.
Netanjahu, der seit längerem warnt, dass Rohani durch Reden dieser Art Zeit gewinnen gewinnen wolle, sagte: „Die Wahrheit zu sagen ist entscheidend für die Sicherheit der ganzen Welt und natürlich entscheidend für die Sicherheit unseres Landes.“
Am Montag trifft der israelische Regierungschef US-Präsident Obama. Dieser telefonierte am Freitag mit dem iranischen Präsidenten. Es war der erste direkte Kontakt eines US-Präsidenten mit einem iranischen Staatsoberhaupt seit 34 Jahren.
Anschließend wird Netanjahu vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen sprechen. Nach Medienberichten wird er dabei den Iran mit Nordkorea vergleichen. Das kommunistische Regime in Pjöngjang sei auch so lange auf diplomatische Bemühungen des Westens eingegangen, bis es dann 2006 mitteilte, Atomwaffen zu besitzen. Die Rede Rohanis zuvor nannte er „zynisch und heuchlerisch“, Rohani selbst nannte Netanjahu einen „Wolf im Schafspelz“. Der Iran verurteile offiziell Terrorismus, bediene sich jedoch gleichzeitig in vielen anderen Ländern des Terrorismus. Außerdem spreche Rohani stets von einem zivilen Hintergrund für das Atomprogramm des Landes, doch einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zufolge habe es sehr wohl eine militärische Komponente. Es sei offensichtlich, dass der Iran als eines der ölreichsten Länder nicht in Atomanlangen investieren müsse, um Strom zu produzieren, sagte Netanjahu.