Netanjahu: Israel hat Juden Stärke zurückgegeben

Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag hat der israelische Regierungschef Netanjahu auf die Bedeutung Israels für Juden hingewiesen. Die deutsche Kanzlerin Merkel betonte, Israel-Hass sei nicht zu dulden.
Regierungschef Netanjahu mit Malka Steinmetz (2. v. r.), Mordekai Weisel (3. v. r.) und Mosche Ha'eljon (2. v. l.)

Foto: PM of Israel, Twitter

Regierungschef Netanjahu mit Malka Steinmetz (2. v. r.), Mordekai Weisel (3. v. r.) und Mosche Ha’eljon (2. v. l.)

JERUSALEM (inn) – Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat zum Internationalen Holocaust-Gedenktag am Sonntag drei Überlebende empfangen. Aus seiner Sicht spiegeln die Erlebnisse von Mosche Ha’eljon, Mordekai (Motka) Weisel und Malka Steinmetz die Geschichte des Staates Israel und dessen Erneuerung wider: „Während des Holocaust war das jüdische Volk vollkommen hilflos. Heute gehört der Staat der Juden zu den fortschrittlichsten der Welt. Zuallererst haben wir unserem Volk die Stärke des Widerstandes wiedergegeben, die wir im Exil verloren haben.“

Netanjahu schilderte etwa die Geschichte von Mordekai Weisel: Dieser habe einen SS-Offizier behindert, als der ihn auspeitschen wollte. Normalerweise habe darauf die sofortige Todesstrafe gestanden, aber er „überlebte irgendwie“. Die Kunde von diesem Widerstand habe sich verbreitet und Mordekai sei für viele ein Vorbild geworden.

Aus Anlass des Gedenktages hat das Zentrale Statistikamt Zahlen zu den Holocaust-Überlebenden in Israel veröffentlicht. Demnach wohnten Ende 2017 etwa 212.000 Holocaust-Überlebende im Land. Rund 35 Prozent davon sind Juden aus arabischen Ländern, die während der Zeit des Zweiten Weltkrieges verfolgt wurden. Einer Prognose zufolge werden bis zum Jahr 2025 noch 102.000 am Leben sein, im Jahr 2030 etwa 53.000.

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat am Sonntag Freiwillige der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ und die deutsche Botschafterin Susanne Wasum-Rainer empfangen. Zum Auftakt berichteten zwei Freiwillige von ihrer Arbeit in Israel, dem für sie berührenden Austausch mit Holocaust-Überlebenden, ihrer Unterstützung von Yad Vashem und für soziale Projekte in Israel. Rivlin würdigte die Arbeit der Freiwilligen als einen Beitrag zu Frieden und Versöhnung.

Laut einem Bericht des israelischen Diaspora-Ministeriums hat der weltweite Antisemitismus im Jahr 2018 wieder zugenommen. Demnach starben 13 Juden in drei verschiedenen antisemitischen Vorfällen; so wurden am 27. Oktober bei einem Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh elf Menschen getötet. Die Zahl ermordeter Juden sei so hoch wie seit 1994 nicht, als in der argentinischen Haupstadt Buenos Aires bei einem Anschlag auf ein jüdisches Kulturzentrum 85 Menschen starben. Der zuständige Minister Naftali Bennett rief Regierungen in aller Welt dazu auf, Antisemitismus vorzubeugen.

Merkel: Keine Toleranz für Israel-Hass

Ebenfalls anlässlich des Gedenktages gab die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel dem israelischen Rundfunk ein Interview. Darin betonte sie, die iranische Politik sei für Israel bedrohlich. Bezüglich der israelischen Luftschläge gegen iranische Ziele in Syrien sagte sie laut der Tageszeitung „Ha’aretz“: „Israel muss seine Existenz sichern, und die Lage in Syrien ist natürlich auch sehr bedrohlich für Israel.“

In einem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast wies Merkel darauf hin, dass es in der deutschen Gesellschaft keine Toleranz für Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit geben dürfe. Dieser Hass habe verschiedene Gesichter und wende sich unter anderem gegen den Staat Israel. „Auch das darf nicht geduldet werden“, betonte Merkel.

Der Internationale Holocaust-Gedenktag wurde 2005 ins Leben gerufen und 2006 erstmals begangen. Er findet jährlich am 27. Januar statt, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die sowjetische Armee im Jahr 1945. Israel gedenkt des Holocaust noch einmal an einem anderen Tag, dem Jom HaScho’ah. Dieser wird dem jüdischen Kalender nach am 27. Nisan begangen, in diesem Jahr ist das der 2. Mai.

Von: df

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