„Direkte Gespräche müssen sofort beginnen und wir denken, dass sie das werden“, sagte Netanjahu vor Vertretern jüdischer Organisationen im Plaza Hotel.
Vor dem Treffen kam Netanjahu noch mit UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in New York zusammen. Beide traten vor dem Gespräch für ein gemeinsames Bild vor die Presse. Einzelheiten des einstündigen Treffens wurden noch nicht bekannt gegeben. Ein Sprecher Bans teilte lediglich mit, dass es um den Friedensprozess im Nahen Osten, die Blockade des Gazastreifens und den Libanon gegangen sei.
Netanjahu sprach am Mittwoch außerdem mit US-Verteidigungsminister Robert Gates. Dieser informierte den israelischen Regierungschef unter anderem über die Entwicklungen in Afghanistan und im Irak. Netanjahu betonte gegenüber dem US-Verteidigungsminister, dass ein Friedensabkommen mit den Palästinensern unbedingt einen Stopp von Waffenlieferungen in den zukünftigen Palästinenserstaat einschließen müsse. Er äußerte zudem die Befürchtung, dass der Rückzug der US-Truppen aus dem Irak, in Verbindung mit einem starken Iran, zu einer neuen östlichen Front gegen Israel führen könnte.
Nach der Zusammenkunft mit US-Präsident Barack Obama am Dienstag hatte sich Netanjahu auch mit US-Außenministerin Hillary Clinton getroffen. In dem einstündigen Gespräch ging es vor allem um die Aufnahme direkter Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern.
Palästinenser stellen weiter Bedingungen
Bislang weigern sich die Palästinenser, solche Gespräche mit Israel aufzunehmen. Sie fordern einen kompletten Siedlungsbaustopp im Westjordanland und in Ostjerusalem. Der von Netanjahu im vergangenen November einseitig ausgerufene zehnmonatige Siedlungsbaustopp reicht ihnen nicht aus. Chefunterhändler Saeb Erekat sagte nach dem Obama-Netanjahu-Treffen: „Die ganze Welt und die US-Regierung weiß, dass derjenige, der die Tür zu direkten Verhandlungen blockiert, Netanjahu ist.“ Die Palästinenser seien ernsthaft an direkten Verhandlungen interessiert. Der Premier müsse sich jedoch entscheiden, ob er Frieden oder Siedlungen wolle.
Hamas warnt vor direkten Verhandlungen
Unterdessen warnte die Hamas-Regierung im Gazastreifen die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) im Westjordanland vor einer Aufnahme der Verhandlungen. Laut Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri sei das Treffen zwischen Obama und dem israelischen Premier der Beweis dafür, dass es keine Chance auf eine Änderung der amerikanischen Politik gebe, hinsichtlich der anhaltenden amerikanischen Unterstützung für Israel. „Eine Rückkehr zu Verhandlungen mit den Besatzern wäre ein nationales Verbrechen und gibt dem Feind Deckung, um seine Verbrechen gegen das palästinensische Volk und seine heiligen Stätten fortzusetzen“, warnte Abu Suhri.